Topologisches Schema der Wortstellung: Prä-V2 (Rehbein 1992)


Funktionen

  • Fokussierungsprozeduren
     
  • Wissensetablierungsprozeduren
 

Entweder wird auf ein im Diskurs/Text versprachlichtes Wissen bzw. auf ein Sprecher und Hörer als bekannt zu unterstellendes Wissen Bezug genommen

oder ein Symboldfeld wird (durch Symbolfeld-Ausdrücke) als gemeinsam etabliert.

 

Aufgreifen von Wissen

In der Prä-V2-Position stehen … Ausdrücke, mit denen aus dem (für S und H) gemeinsamen Diskurs- bzw. Textwissen ein (bestimmtes) Wissen aufgegriffen wird.

Das aufgegriffene Wissen wird unmittelbar vor dem verankernden INFL-Träger [finite Verbelemente] sprachlich präsentiert.

Die aufgegriffenen Π-Elemente werden mittels Positionierung in Prä-V2 sprachlich als für S und H gemeinsames Wissen des Sprechzeitraums gekennzeichnet und damit als thematische Elemente des propositionalen Gehalts p des Deklarativsatzes etabliert.

 

Feldzugehörigkeit

nominale Symbolfeldausdrücke

Herbert (B 1), Die Sonne (B 9)

anaphorische operative Ausdrücke

Ihm (B 3), Es (B 12)

deiktische Zeigfeldausdrücke

Dann

 

Prä-V2

  • Subjekte, Subjektankündigungen, (expletives es)
  • Objekte …
  • Adverbien / Adverbiale, Präpositionalangaben, Adjektive, …
  • Nebensätze

Prä-V2 Elemente

  • Subjekt eines Deklarativsatzes als thematisches Element
  • ein anderer Ausdruck, z.B. ein adverbialer Ausdruck
    → in diesem Fall rückt das Subjekt hinter V2 ins Mittelfeld (Subjekt-Verb-Inversion)

Literatur 

Rehbein, Jochen (1992) Zur Wortstellung im komplexen deutschen Satz. In: Hoffmann, L. (Hg.) Deutsche Syntax: Ansichten und Aussichten. Berlin u. New York: de Gruyter, 523-574