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Tempus: Besprechen & Erzählen (Weinrich 1964)

Einzelaspekte: Artikel / Tempus | Wortstellung

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Ausgangspunkt: nicht Minimalereignisse oder Satzebene, sondern Welten in Texten; Verwendung von Tempusmorphemen in Texten als Zeichenketten.
In einem Text dominiert jeweils eine von 2 Tempusgruppen.
 
Arbeitshypothese: Existenz von 2 Tempusgruppen:

Tempusgruppe 1:
Tempora der besprochenen Welt

Tempusgruppe 2:
Tempora der erzählten Welt

  • Präsens
  • Perfekt
  • Futur 1
  • Futur 2
  • Präteritum
  • Plusquamperfekt
  • Konditional 1
  • Konditional 2

Sprecher wirkt auf Hörer ein
das, worauf sich das Tempus bezieht, ist für Sprecher & Hörer aktuell

Distanz zu dem, worauf man sich bezieht
zwischen der Sprechsituation &aump; dem Ereignis besteht kein unmittelbarer Zusammenhang


Tempusformen werden hinsichtlich ihrer Funktion im Kommunikationsprozeß betrachtet; Präsens steht also z.B. nicht für Gegenwart.
Tempusformen sind Signale zur Steuerung der Rezeptionshaltung des Hörers im Kommunikationsprozeß.
Sie drücken die Sprechhaltung aus, d.h. wie der Sprecher zum Text (zur Information) steht, entwder besprechend oder erzählend.
Sprecherperspektive: bezogen auf den Text als lineare Aneinanderreihung von (Tempus-)Zeichen.

Entscheidend ist das Verhältnis von Textzeit zu Aktzeit:

Aktzeit = Textzeit:

performative Rede - Ich taufe dich

Aktzeit vor Textzeit:

Informationen werden nachgeholt

Aktzeit nach Textzeit:

Informationen werden vorweggenommen


Literatur Weinrich, Harald (1964) Tempus - Besprochene und erzählte Welt. Stuttgart: Kohlhammer

 

W. Grießhaber 2003