Phonetik/Phonologie Phonologie: Phon - Phonem


Phon

(griech. φωνη (fone) Stimme); Notation in eckigen Klammern: [fo:n]

  • In der Psychoakustik Maßeinheit der Lautstärke. Als Referenzsignal dient ein 1 kHz-Ton von 1 sec Dauer, dessen Schallpegel [in Dezibel] gleich seiner Lautstärke [in phon] gesetzt wird.
  • Minimale segmentale Analyseeinheit der deskriptiven Phonetik (Laut) als Realisation (Allophon) eines Phonems.
 

Phonem

(griech. φωνημα (fonema) Laut); Notation zwischen Schrägstrichen: /f/

  • Bezeichnung für die kleinste bedeutungsunterscheidende segmentale Lauteinheit einer Sprache
  • zwei Richtungen werden unterschieden:
    (1) → Distributionalismus (Bloomfield, Harris)
    (2) Funktionalismus (Trubetzkoy)

Minimalpaare

Bedeutungstragende Lautketten, die sich in genau einem Segment unterscheiden: /bain/ ↔ /pain/

  • Seit Ende des 19. Jh. Bezeichnung für die kleinste bedeutungsunterscheidende segmentale Lauteinheit einer Sprache
     

Allophon

(griech. αλλο (allo-) anders als + φωνη (fone) Stimme); Notation in eckigen Klammern: [ç, x]

  • Realisierungsvarianten eines Phonems:
    • freie Varianten, die unabhängig von ihrer Lautumgebung auftreten
      z.B. deutsches Zungen- versus Zäpfchen-R: [r, R]
    • kombinatorische Varianten, die in Abhängigkeit von ihrer Lautumgebung alternativ auftreten
      z.B. deutscher 'ich'- versus 'ach'-Laut: [ç, x]
      [ç] nach vorderen, [x] nach hinteren Lauten

Distinktive Merkmale

Darstellung der Phoneme anhand ihrer phonologisch relevanten artikulatorischen oder akustischen Eigenschaften



Literatur

Bünting, Karl-Dieter (198411) Einführung in die Linguistik. Königstein/Ts.: Athenäum
Bußmann, Hadumod (19902) Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Kröner
Glück, Helmut (Hg.) (1993) Lexikon Sprache. Stuttgart: Metzler; weitere Literatur