Althochdeutsch 8. - 12. Jh. |
- ohne offizielle, verbindliche Regelungen oder Konventionen
- Klösterliche Schreibschulen, Bischofssitze
- Schreibung der deutschen Sprache mit lateinischem Grapheminventar
- Probleme:
- Vokallängen: /LAM/ /lahm/ ↔ /lamm/?
- Semivokale /j/ und /v/:
- /k/: k, c, q
- /s/: s, z, zz, sz
- Bsp. Text: altbairisch, 9. Jh.;
Merseburger Zauberspruch 2: Text; Ton
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Mittelhochdeutsch 12. - 14. Jh. |
- Verwaltungssprache Latein (99,5% aller Urkunden);
Rechtsbuch in deutscher Sprache: Sachsenspiegel
- Minnesänger: Walther von der Vogelweide, Hartmann von Aue, …
- Merkmale:
- Vermeidung dialektaler Einschläge
- Orientierung am Lautprinzip:
Bsp.: Auslautverhärtung liebe - liep, hant - hende
- Bsp.: 'Du bist mîn …' Text; Falkenlied: Text; Ton, 1170; Nibelungenlied: Text; Ton; Trutzlied der Mädchen: Text
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Buchdruck / Reformation 15. - 16. Jh. |
- Buchdruck: Standardisierung der Schreibung, massenhafte Distribution
- Bemühung um relativ einheitliche Schreibweisen (weiträumiger Absatz)
- Luther/Reformation:
- Betonung der Schrift gegenüber (katholisch) mündlichen Überlieferungen → Verbreitung von Schriften in deutscher Sprache für das Volk
- um 1520 sind 234 von 570 Drucken von Luther
- zunächst scheinbar willkürliche und uneinheitliche Orthographie in frühen Drucken
- allmählich aufkommende Großschreibung von Substantiven und anderen Wörtern
- Ickelsamer:
- phonemgetreue Schreibung nach dem Grundsatz:
"Schreibe wie du sprichst"
- Eliminierung unnützer Buchstaben
- gegenläufig: Hinweis auf das Stammprinzip
- Bsp.: Luther: Bibel, div.; Ton: Schreiberamt, Tischreden
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Barockschwulst 17. Jh. |
- Grimmelshausen: Simplicius Simplicissimus
- Schottelius:
- Rechtschreibung: das Geschriebene als Abbild der gesprochenen Sprache
aufgrund unterschiedlicher Regionen mit unterschiedlichen Varianten so nicht durchführbar
- 'Kriterium der gute angenomme Gebrauch und die Grundrichtigkeit der Sprache am besten Einrath': Literatursprache
- Stammprinzip: z.B. Trennung nach dem morphematischen Stamm, nicht nach der Sprechsilbe, Bsp. schw…
- Vokallänung mit Dehnungs-h: Unterschied zwischen leer ↔ lehr
- Beispiel: Grimmelshausen: Titel, Auszug
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Aufklärung 18. Jh. |
- Sprachgesellschaften: Schaffung einer deutschen Nationalsprache
- Freyer: "Pronuntiation als die eigentliche Regel und Richtschnur"; "will also diese Hauptregel, man solle so schreiben, als man redet"
- relativ einheitliche Literatur-Orthographie, für Druckereien nahezu verbindlich
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Reichsgründung, Schulpflicht, Standardisierung 19. Jh. |
- Systematisierung, Entwicklung von Lehrmaterialien
- Disput Grimm ↔ Raumer:
- Grimm: Orientierung am Mittelhochdeutschen ohne Vokallängung, Kleinschreibung
- Raumer: "Bringe Schrift und Aussprache in Übereinstimmung"
gegen radikale Phonetiker, einheitliche Repräsentanz eines Lautes durch ein Graphem: Bsp. nur /k/ nicht auch c, ck, …
- Duden: gemäßgtes Vorgehen, Orientierung an Schriftstellern
- Vereinheitlichung auf Konferenzen:
- 1876: I. Orthographische Konferenz in Berlin: Eliminierung des /th/, Reduzierung Dehnungs-/h/ und Doppelvokale
- 1901: II. Orthographische Konferenz, Ergebnis bis 1996 verbindlich
- Beispiele: Brockhaus 1820
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