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DVG-Icon Dependenz-Verb-Grammatik (DVG): Tesnière Basis

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1. Konnexion

  1. Gegenstand der strukturalen Syntax ist die Untersuchung des Satzes. (…).
  2. Der Satz ist ein organisiertes Ganzes. Seine Bestandteile sind die Wörter.
  3. Jedes Wort ist, wenn es als Teil eines Satzes fungiert, nicht mehr isoliert wie im Wörterbuch. Zwischen ihm und den benachbarten Wörtern stellt das Bewußtsein Konnexionen fest: Beziehungen, deren Gesamtheit das Gerüst des Satzes bildet.
  4. Diese Konnexionen werden durch kein äußeres Merkmal angezeigt. Aber das Bewußtsein muß sie wahrnehmen, weil ohne sie der Satz nicht verständlich wäre. Wenn ich sage, Alfred spricht (s.St. 1), dann meine ich nicht einerseits 'es gibt einen Menschen namens Alfred' und andererseits 'jemand spricht', sondern ich meine, und zwar gleichzeitig, 'Alfred vollzieht die Tätigkeit des Sprechens' und 'der Sprecher ist Alfred'.
  5. Daraus folgt, daß ein Satz vom Typ Alfred spricht nicht aus zwei Elementen - nämlich erstens Alfred und zweitens spricht - besteht, sondern aus drei Elementen: erstens Alfred, zweitens spricht und drittens der Konnexion, die sie verbindet und ohne die kein Satz bestünde. Wer sagt, daß ein Satz wie Alfred spricht nur zwei Elemente enthalte, der hat oberflächlich und rein morphologisch analysiert und das Wesentliche - die syntaktische Verbindung - übersehen.
  6. Genauso verhält es sich in der Chemie, wo die Verbindung von Chlor (Cl) und Natrium (Na) etwas Neues ergibt, das Kochsalz oder Natriumchlorid (NaCl), das ein ganz neuer Stoff mit völlig anderen Eigenschaften ist als Chlor einerseits und Natrium andererseits. (25f.) (ergänzende Illustration des Aufbaus von Kochsalz)
 

2. Hierarchie

  1. Auf Grund der strukturalen Konnexionen bestehen Dependenzbeziehungen (Abhängigkeitsbeziehungen) zwischen den Wörtern. Jede Konnexion verbindet im Prinzip einen übergeordneten mit einem untergeordneten Term.
  2. Der übergeordnete Term soll Regens heißen, der untergeordnete Term Dependens. So ist in dem Satz Alfred spricht (s.St. 1) spricht das Regens und Alfred das Dependens.
  1. Die Untersuchung des Satzes, die den eigentlichen Gegenstand der strukturalen Syntax bildet (…), besteht im wesentlichen in der Untersuchung seiner Struktur, und das heißt: der Hierarchie seiner Konnexionen.
  2. Der Konnexionsstrich verläuft im Prinzip vertikal (s. St. 1 und 2), weil er die Verbindung zwischen einem übergeordneten und einem untergeordneten Term symbolisiert.
 

spricht
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Alfred

 
Literatur

Tesnière, Lucien (1980) Grundzüge der strukturalen Syntax. Herausgegeben und übersetzt von Ulrich Engel. Stuttgart: Klett-Cotta
Weitere Literatur


W. Grießhaber 2003-2004