C-Test C-Test: Nutzungsmöglichkeiten


Nutzen?

Auf den ersten Blick liefert der C-Test zwar zuverlässige Daten zu aktuell vorhandenen Sprachkenntnissen, doch scheinen die Informationen nur von sehr begrenzter Aussagekraft zu sein. Tatsächlich jedoch sind die so erhaltenen Informationen vielfältig nutzbar und kaum zu unterschätzen.

 

aktuelle Sprachkenntnisse

Der C-Test ist ein sehr zuverlässiges und effizientes Instrument zur Ermittlung aktuell vorhandener Sprachkenntnisse:

  • für eine ganze Klasse bzw. LernerInnen einer Klasse
  • bei der Auswahl geeigneter LernerInnen mit Blick auf sprachlich definierte Leistungsgruppen, z.B. bei der Zulassung zu Kursen am Sprachenzentrum
    Französischkenntnisse für die FFA (Jura) und Romanistik
 

Übergang zur Sekundarstufe

Der C-Test liefert zuverlässige Daten zur Einschätzung der Erfolgsaussichten beim Übergang auf weiterführende Bildungseinrichtungen, z.B. beim Übergang von der Grundschule auf weiterführende Schulen

  • Im Förderprogramm 'Deutsch & PC' korrelieren die C-Testwerte wesentlich besser mit den Übergangsquoten auf die verschiedenen weiterführenden Schulen der Sekundarstufe als die von den LehrerInnen beurteilten Deutschkenntnisse.
    Übergänge nach C-Test und Deutschkenntnissen
 

Leistungs-Querschnitte

Mit dem C-Test kann man schnell und zuverlässig die Verteilung von Sprachkenntnissen in einer Klasse oder mehreren Klassen einer Schule zur fundierten Ermittlung des Förderbedarfs erheben, (→ Ende Klasse 4, Grießhaber 2008) ob z.B.:

  • bei schmaler hoher Leistungsspitze viele schwache Lerner vorhanden sind;
    in diesem Fall sollte man die Förderung auf die breit gestreuten schwächeren abstellen
  • bei insgesamt breit aufgefächerter Leistung mit vielen schwachen Lernern könnte man leistungsdifferenzierte Förderprogramme planen
  • bei einem insgesamt nach unten verschobenen Leistungsspektrum müste man Maßnahmen zur allgemeinen Hebung des Leistungsniveaus einleiten
 

Leistungs-Längsschnitte

Bei einer regelmäßigen Durchführung des C-Tests über mehrere Jahre hinweg kann man die Effizienz der Sprachausbildung beurteilen:

  • ob sich der Eingangssprachstand über eine längere Periode hinweg verändert oder gleichbleibt;
    dies spielt z.B. bei der Planung und Durchführung von sprachpropädeutischen Kursen am Sprachenzentrum eine Rolle
  • ob ein bestimmtes Förderkonzept mit zusätzlicher Leseförderung oder Kleingruppen usw. greift und weitergeführt werden sollte
 

Kohärenz

Die C-Testwerte ermitteln jeweils die aktuellen Deutschkenntnisse zum Zeitpunkt des Tests. Dadurch ergeben sich Abweichungen zu anderen Verfahren der Leistungsbeurteilung:

  • Die im C-Test gemessenen Kenntnisse können niedriger als die von Lehrpersonen ermittelten Deutschkenntnissen sein. Das liegt offensichtlich zu einem großen Teil daran, daß die Lehrpersonen nicht so sehr die aktuellen Deutschkenntnisse bewerten, sondern das allgemeine Leistungsniveau eines Lerners.
  • Die C-Testwerte liegen in einigen Fällen deutlich über den in den Vergleichstexten zum Schuljahrsende ermittelten Profilwerten. Eine Überprüfung der Text ergab, daß Lernende mit hohen C-Testwerten und einem Text auf der Profilstufe 1 durchaus auch einzelne Äußerungen höherer Stufen bis hin zu Nebensätzen mit Verbendstellung (Stufe 4) verwenden, aber nicht so häufig, dass die Texte insgesamt dieses hohe Niveau erreichen. Die entsprechenden Kenntnisse sind aber offensichtlich vorhanden. In diesen Fällen sind die niedrigen Profilwerte ein Anzeichen dafür, dass die Lernenden die Strategie der Fehlervermeidung anwenden und unter ihren Möglichkeiten bleiben. Sie sollten dazu ermuntert werden, mehr Risiko einzugehen.

Literatur

Grießhaber, Wilhelm (1999) Der C-Test als Einstufungstest. In: Eggensperger, K.-H. & Fischer, J. (Hgg.) Handbuch UNICERT®. Bochum: AKS-Verlag, 153-167
Grießhaber, Wilhelm (2006) Endbericht der wissenschaftlichen Begleitung. März 2006. Münster: WWU Sprachenzentrum
Grießhaber, Wilhelm (2008) Zu den Bedingungen der Förderung in Deutsch als Zweitsprache. In: Ahrenholz, Bernt (Hg.) (2008) Zweitspracherwerb. Diagnosen, Verläufe, Voraussetzungen. Beiträge aus dem 2. Workshop Kinder mit Migrationshintergrund. Freiburg i.B.: Fillibach, 211-227
Grotjahn, Rüdiger (Hg.) (1992) Der C-Test. Theoretische Grundlagen und praktische Anwendungen. Band 1. Bochum: Universitätsverlag Dr. N. Brockmeyer (Manuskripte zur Sprachlehrforschung Band 39/1)
Grotjahn, Rüdiger (2002) Konstruktion und Einsatz von C-Tests: Ein Leitfaden für die Praxis. In: Grotjahn, R. (Hg.) Der C-Test. Theoretische Grundlagen und praktische Anwendungen. Band 4. Bochum: AKS-Verlag, 211-225
Raatz, Ulrich (1987) C-Tests: What do they measure, how do they measure it and what can they be used for? In: Schwarzer & Seipp (eds.) Trends in European Educational Research. Braunschweig, 38-44
weitere Literatur
Kostenlose Demoversion des C-Tests des Sprachenzentrums → http://spztest.uni-muenster.de/demo/