Zu Pienemann: Processability Theory
Grundlagen zur Analyse des Zweitspracherwerbs


Ansatzpunkt:

Die Äußerungen von Zweitsprachlernern zeigen den Verlauf des Spracherwerbs an.
Variation der Lerneräußerungen geben Einblicke in die Erwerbsprozesse.


Erwerbsstufen:

Äußerungen von Lernern, die zwischen den Lernern kaum variieren, zeigen notwendige Stufen des Erwerbs einer Zweitsprache an

individuelle Variation:

Äußerungen von Lernern, die zwischen den Lernern stark variieren, zeigen individuelle Varianten im Erwerbsverlauf an


Strukturen:

Analysiert werden grundlegende Strukturen, nicht die sicht-, bzw. hörbaren Oberflächen der Äußerungen, sog. "terminale Ketten".

 

Äußerung

ein mädchen

+

Ø

+

bier

syntakt. Struktur

NP

+

V

+

NP

fehlendes Element

   

holt

   
 

Annahme:

der Lerner verfügt zu diesem Zeitpunkt bereits über die Kategorie V (= Verb)
erst eine Tilgungsoperation bewirkt die Auslassung des (grammatisch obligatorischen) Elements


 

wenn ein obligatorisches Element fehlt, kann dies:

eine tatsächliche Nicht-Anwendung sein, z.B. wegen Nichtbeherrschens

eine Vermeidung sein, weil die für die Äußerung erforderlichen Regeln die mentale Verarbeitungskapazität überfordern


Pienemann (1981) Der Zweitspracherwerb ausländischer Arbeiterkinder;
weitere Literatur zur Processabilityhypothese