- Fehler sind nicht mehr - wie im behavioristischen Modell - Anzeichen eines fehlerhaften, mißlungenen Lernprozesses, sondern Ergebnis eines Prozesses im Lerner
- Fehler sind durch die Struktur der zu erwerbenden Sprache bestimmt
- Unterschied zwischen 'mistake' ↔ 'error':
- 'mistakes' sind unsystematische fehlerhafte Äußerungen, die auch in der L1 auftreten (Unkonzentriertheit, Begrenztheit des Gedächtnisses, …)
'mistakes' sind im L2-Erwerbsprozeß irrelevant
- 'errors' sind systematische fehlerhafte Äußerungen, die dem jeweiligen Spracherwerbsstand und den Annahmen des Lerners über die Sprache entsprechen
'errors' sind zur Erforschung des L2-Erwerbs relevant, sie erlauben die Rekonstruktion der Kenntnisse des Lerners, seiner 'transitional competence'
- Bedeutung der 'errors' für die L2-Erforschung:
- sie sagen dem Lehrer, wie weit der Lerner gekommen ist und was noch zu lernen bleibt
- sie versorgen den Forscher mit Evidenzen, wie Sprache gelernt oder erworben wird, welche Strategien oder Prozeduren der Lerner anwendet
- sie sind für den Lerner selbst unverzichtbar, da das Fehlermachen das Verfahren zum Sprachlernen ist; es ist der Weg des Hypothesentestens über die Natur der Sprache
- die Verwendung korrekter Formen bedeutet nicht, daß die zugrundeliegende Regel erworben wurde
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