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Konstellationen | Modelle: Folie, Überblick | klass. Thesen / Kompensation | Sprachverarbeitung | Test: -fragen / -antworten |
Kompensatorische Ressourcennutzung im ZSE | ||
Erwachsene (Lerner über 12 Jahre) kompensieren die in der Regel beim L2-Erwerb nicht mehr verfügbaren mentalen Ressourcen des L1-Erwerbs durch andere Ressourcen. Die kompensatorische Aktivierung von Ressourcen bedingt breite Variationen bezüglich des Tempos und der Tiefe der Erwerbsprozesse. Der Fortschritt des L2-Erwerbs wird entscheidend von den kommunikativen Bedürfnissen der Lernenden bestimmt. Bei Sättigung der kommunikativen Bedürfnisse kann es zum Stillstand des L2-Erwerbs oder zu Rückschritten kommen. Unterschiedliche individuelle Merkmale der Zweitsprachlerner und unterschiedliche Lehr- und Lernformen beeinflussen die Erwerbsprozesse in hohem Maße. Die Lernersprache ist durch die unterschiedliche Funktionalität der sprachlichen Mittel in L1 und L2 geprägt. Regelerwerb erfolgt durch Extraktion von Mustern aus den erworbenen zweitsprachlichen Mitteln: in einer → Längsschnittstudie über vier Jahre Grundschule verwenden die zehn SpitzenschülerInnen doppelt so viele syntaktische Segmente wie die schlechtesten zehn SchülerInnen; gleichzeitig machen die SpitzenschülerInnen nur einen Bruchteil der Fehler im Bereich der Nominalflexion, die die schlechtesten SchülerInnen machen.[9] | ||
Prozessierung der L1 / L2 im Gehirn | ||
ab ∼6 Jahren bilden sich für L2 zusätzliche Verarbeitungszentren im Gehirn aus | ||
Prozessierung von L1 & L2 [1] |
L1 |
L2: weitere & weniger Bereiche |
linke Hälfte |
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rechte Hälfte |
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L2-Erwerb |
bis ∼6 Jahre |
ab ∼6 Jahre |
grammatische Zentren im Broca Areal für L1 & L2 bei Erwachsenen in Abhängigkeit vom Alter des L2-Erwerbs [2] |
integriert |
separiert |
Prozessierung der Artikulation [3] |
zusätzlich Basalganglien | |
Schlußfolgerungen: Die Befunde aus neueren Forschungen zur Lokalisierung von Sprachverarbeitungszentren im Gehirn erklären zwar noch nicht, wie genau Sprache verarbeitet wird, folgende Beobachtungen helfen bei der Erklärung altersbedingt individuell sehr unterschiedlicher Erfolge im L2-Erwerb:
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Die Ergebnisse lassen sich dahin gehend zusammenfassen, daß etwa ab 6 Jahren beim Erwerb einer weiteren Sprache andere Gehirnbereiche involviert sind als die, die beim L1-Erwerb beteiligt sind. Die offensichtlich nicht mehr zur Verfügung stehenden Leistungen der für Spracherwerb optimierten Bereiche werden - wie in anderen Fällen - durch die zusätzliche Aktivierung von anders spezialisierten Bereichen kompensiert. Diese Kompensierung erfolgt offensichtlich individuell sehr unterschiedlich. Dadurch läßt sich erklären, daß Motivation, Lerneignung usw. im L2-Erwerb eine bedeutende Rolle spielen. [8], [10] | ||
[01] Sandmeyer, Peter (1999) Was Hänschen nicht lernt … lernt Hans nimmermehr. In: stern 15.04.99; Nr. 16/99, 80-82 | |
"http://www.stern.de/wissenschaft": interessante Informationen zur Serie "Hirnforschung", stern 25-27/2002 |
W. Grießhaber 2002-2009 |