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Immersion-Submersion | Eisbergmodell | SUP - CUP | Schwellenniveaus | Schule | Überprüfung | Lit | → SZS |
Schule und Schwellenniveaus | |
3. Schwelle |
Hohe bilinguale Sprachbeherrschung: notwendig ist eine ausreichend lange und intensive Förderung abstrakter Profizienzen (Schriftsprache) in einer Sprache: |
2. Schwelle |
Dominante Zweisprachigkeit: für Migrantenkinder meist Sprachwechsel von der familiären L1 in die schulisch und gesellschaftlich dominante L2 mit Stagnation oder Rückbildung der L1 |
1. Schwelle |
"Semilingualismus": in der Primarstufe scheinbar flüssige Sprachkompetenz; aber wegen unzureichender Förderung abstrakter Fertigkeiten in L1 (Elternhaus, Gesellschaft, Schule ) und/oder L2 (meist nur Schule) schwaches, bzw. unzureichendes Fundament für spätere Entwicklung |
Einschulung |
Zeitbedarf zur Überwindung der unteren Schwellen |
in der L2 |
Migrantenkinder, die hier aufgewachsen sind und in der L2 eingeschult werden, erhalten sehr oft nicht die erforderliche Förderung zur Ausbildung von CALP in einer Sprache; in den Familien erleben die Kinder nur wenig Schriftsprache (z.B. regelmäßes Vorlesen), es wird auch wenig erzählt, die traditionellen Erzähler (Onkel, Tanten, Großeltern) fehlen in den Kleinfamilien. Die L1 ist nicht voll altersgemäß ausgebildet, die Schule berücksichtigt diese Grundlagen nicht und fördert die Entwicklung tragfähiger L2-Kenntnisse nicht in ausreichendem Maße. Die Kinder kommen in den ersten Jahren der handlungsbetonten Grundschule noch scheinbar gut mit, zeigen jedoch große Probleme gegen Ende der Grundschule und in der Sekundarstufe, wenn abstrakte Schriftsprache zur Grundlage des Unterrichts wird (→ Knapp 1999). |
in der L1 |
Migrantenkinder, die im Heimatland in ihrer L1 eingeschult wurden und später nach Deutschland kommen und in L2 unterrichtet werden, können in der Regel auf CALP aufbauen, die sie in ihrer L1 erworben haben |
Schriftsprachkenntnisse & Einschulung | |
Nichtdeutschsprachige SchülerInnen der Sekundarstufe zeigen in ihren Schriftsprachkenntnissen deutliche Unterschiede in Abhängigkeit von ihrer Einschulung: | |
Ergebnisse |
Empirische Überprüfungen |
Felix 1993 |
"Zusammenfassend läßt sich also für den hier untersuchten Bereich konstatieren, daß die zweisprachige Alphabetisierung im Bereich des Orthographieerwerbs in ungünstigen Fällen eher hinderlich ist, ansonsten jedoch weder positive noch negative Auswirkungen hat. Im Bereich des Zweitspracherwerbs ist die zweisprachige Alphabetisierung weder hinderlich noch förderlich. Eher scheint ein gemischter Klassenverband - gegenüber der Regelklasse - für die türkischen Schüler einen leichten Erwerbsvorteil mit sich zu bringen; allerdings ist die empirische Evidenz hier nicht ganz eindeutig." |
Grießhaber |
Erhebungen im Förderprojekt 'Deutsch & PC' deuten darauf hin, daß in sprachlich heterogenen Umgebung und einer massiven Zweitsprachförderung vor allem individuelle, soziale und familiäre Bedingungen den Zweitspracherwerb beeinflussen. |
L2 Orthographie |
Schon am Ende der ersten Klasse zeigen sich klare Leistungsunterschiede im Bereich der Orthograophie, die den am Ende der vierten Klasse erreichten Deutschkenntnissen entsprechen: die späteren Spitzenschüler liegen um ca. 10% vor den Schülern der mittleren Leistungsgruppe während die späteren Schüler mit schlechten Deutschkenntnissen ca. 20% unter den Schreibungen der Spitzengruppe liegen. Dagegen zeigen sich nur sehr geringe Unterschiede nach den Erstsprachen. Die späteren Leistungsniveaus zeichnen sich schon früh ab. (→ Grießhaber 2007). |
L2 Syntax |
Über die vier Jahre hinweg zeigen sich auch deutliche Unterschiede in der Entwicklung der syntaktischen Komplexität in Texten, die jeweils am Ende des Schuljahres zu einem Bildimpuls verfasst wurden (→ Grießhaber): Cummins These ist also wohl eher so zu verstehen, daß unter den Bedingungen der Migration überhaupt eine ausreichende sprachliche Grundlage gelegt wird. Wenn die Alphabetisierung in der (meist stärkeren) Familiensprache erfolgt und die Familiensprache in der Schule gefördert wird, kann dies zu einem hohen Niveau in beiden Sprachen führen. Wenn in der Schule die Alphabetisierung in der Zweitsprache ohne ausreichende Förderung erfolgt, und zwar weder in der L1 noch in der L2, wie dies derzeit der Regelfall ist, dann können die von Cummins dargestellten Probleme auftreten. Wenn dagegen die Alphabetisierung in der L2 erfolgt und die L2 effektiv gefördert wird, dann kann der Zweitspracherwerb effektiv verlaufen. |
L1-L2 Balance |
Wenn Migrantenkinder in der Zweitsprache alphabetisiert werden und die Schüler den muttersprachlichen Ergänzungsunterricht in der Familiensprache besuchen, können sich auch die L1-Kenntnisse entwickeln. Unter diesen Bedingungen sind L1- und L2-Kenntnisse auf vergleichbarem Niveau oder sind in der Mehrzahl der Fälle im Urteil der Lehrerinnen etwas besser als in der L2: → L1-Arabisch, → L1-Serbokroatisch Eine Balance zwischen L1 und L2 ermitteln auch → Baur & Meder in ihren empirischen Untersuchungen. |
Baur, Rupprecht S. & Meder, Gregor (1990) Der Zusammenhang von Muttersprache und Zweitsprache von Migrantenkindern in der Bundesrepublik Deutschland. In: Leerders-Kenmerken. Individuele verschillen in het leren van talen 2/90, 68-82; |
© W. Grießhaber 2002-2007 |