Cummins-Logo Immersion und Submersion - Cummins


Ausgangsfrage

Warum führt scheinbar gleiche Beschulung bei sozial gut gestellten Schülern (z.B. Diplomatenkinder) meist zu hohen Sprachkompetenzen in mehreren Sprachen, während sie bei sozial Schwachen (z.B. Gastarbeiterkinder) oft zu niedrigen Kompetenzen in beiden Sprachen führt?

 

"Immersion"

Eintauchen in eine andere Sprache unter der Bedingung, daß die L1 in Familie und Gesellschaft ausreichend gestärkt wird;
Bsp. Unterrichtung englischsprachiger Kinder in Kanada in Französisch

 

"Submersion"

Untertauchen in eine andere Sprache unter der Bedingung, daß die L1 in Familie und Gesellschaft nicht ausreichend gestärkt wird;
Bsp. Kinder von Arbeitsmigranten in Deutschland




 

Immersion

Submersion

L2-Kompetenz bei Beginn

niedrig bei allen Schülern

niedrig bei einem Teil der Schüler

L2-Verwendung

wird belohnt

wird bestraft,
Zeichen begrenzter intellektueller und schulischer Begabung

L1 Lehrerkompetenz

vorhanden

in der Regel nicht vorhanden

Vertrautheit mit L1 Kultur

vorhanden

in der Regel nicht vorhanden (andere Erwartungen)

Bewertung der L1

respektiert,
später als Fach eingeführt

kritisiert / unterdrückt,
meist nicht im regulären Unterricht

Resultat

meist erfolgreich

meist deutlicher Mißerfolg


Literatur Cummins, James (1980) The construct of language proficiency in bilingual education; weitere Literatur zur Schwellenniveauhypothese