Partnerschaft Philologische Fakultät SITU Tbilissi & SPZ WWU Münster |
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Staatliche Ilia Tschawtschawadze Universität für Sprache und Kultur, Tbilissi (Georgien) |
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Die im Vorjahr mit der Vertragsunterzeichnung offiziell vereinbarte Kooperation zwischen der "Hochschule für Westliche Sprachen und Kulturen" in Tbilissi/Georgien und dem Sprachenzentrum hat sich in diesem Jahr intensiviert: L. Bunn und W. Grießhaber waren wie im Vorjahr in der Woche vor Ostern mit Unterstützung und Beteiligung des Goethe Instituts zu einem einwöchigen Seminar zur Curriculumentwicklung in Tbilissi; L. Bunn hielt sich mit Unterstützung des DAAD im Herbst für sechs Wochen in Tbilissi auf; im Gegenzug besuchten insgesamt drei Lehrkräfte aus Tbilissi das Sprachenzentrum: zwei Dozentinnen und der Rektor. Der Austausch soll im nächsten Jahr weitergeführt werden. Einwöchiges Seminar zur Curriculumentwicklung in Tbilissi Das einwöchige Oster-Seminar führte die im Vorjahr begonnene Arbeit an der Reform des Curriculums weiter. Als Grundlage dienten die Fragebogenerhebungen bei den Studierenden. Dabei bestätigten sich die von den Lehrkräften geäußerte Einschätzung, daß viele Studierende Deutsch als Kultursprache schätzen und wählen. Sie möchten die deutschen Literaturklassiker - neben Goethe auch viele andere - im Original lesen können. Sie halten einige der vom Parlament vorgeschriebenen Fächer (z.B. Georgisch) für weniger wichtig oder gar überflüssig. Allerdings wird diesen Fächern im Prozeß der Erlangung und Festigung der staatlichen Selbständigkeit von der Politik eine hohe Priorität beigemessen, die von der Universität nicht ignoriert werden kann. Wie die deutschen Studierenden wünschen sich die georgischen Studierenden mehr Praxisbezug, d. h. mehr fremdsprachliche Praxis und mehr Didaktik und Methodik für die spätere Unterrichtstätigkeit in der Sprachvermittlung. Nach intensiven Diskussionen einigten sich die Lehrkräfte auf die Umstellung der Sprachvermittlung in integrierte Kurse. Danach soll in den beiden ersten Jahren das bisherige Pensum für vier Jahre erreicht werden, damit in den späteren Studienjahren mehr Raum für sprachwissenschaftliche, literarwissenschaftliche, kulturkundliche und didaktisch-methodische Inhalte zur Verfügung steht. Die zeitliche und inhaltliche Intensivierung der sprachpraktischen Ausbildung soll durch eine Integration der bislang nach Fertigkeiten getrennten Sprachvermittlung erreicht werden. Interessante Diskussionen entwickelten sich über Ziele und Umfang von Lateinkursen für die georgischen Studierenden. Es wurde gefragt, ob die vorgesehene, sehr knappe Beschäftigung von 2 SWS zu dauerhaften Resultaten führen könne. Der verantwortliche Prorektor gab dagegen zu bedenken, daß alle akademisch gebildeten Studierdenen sich mit Latein als zentraler Basis der mitteleuropäischen Kultur beschäftigt haben sollten. Herbstlicher Forschungsaufenthalt von L. Bunn in Tbilissi Zur Unterstützung der Umstellung konnte L. Bunn mit einem kurzfristig beantragten DAAD-Stipendium für sechs Wochen im Herbst nach Tbilissi fahren. Er führte ein eigenes Seminar durch, hospitierte in verschiedenen Kursen und führte mit den Lehrkräften intensive Gespräche über deren Sprachvermittlung. Als Ergebnis seiner Tätigkeit wurde vereinbart, daß eine Dozentin als Sprachkoordinatorin teilweise von ihren Unterrichtsverpflichtungen entlastet wird, damit sie sich im Gegenzug stärker mit didaktischen Fragen beschäftigen kann und der Vermittlungsarbeit der übrigen Lehrkräfte ihr Wissen vermitteln kann. In gewisser Weise kann dies auch als Resultat der am Sprachenzentrum erfolgreich praktizierten Struktur mit den SprachkoordinatorInnen betrachtet werden. Sie verbinden praktische Lehrerfahrungen mit der Koordination der Sprachvermittlung in ihrem Bereich. Allerdings wurde das Konzept nicht schematisch übertragen, sondern den örtlichen Gegebenheiten entsprechend modifiziert. Dies kann als generelles Resümee der Zusammenarbeit betrachtet werden: wir lernen in der Beschäftigung mit den neuen Verhältnissen nicht nur das Neue kennen, sondern wir lernen auch unsere vertrauten Verhältnisse mit fremdem Blick zu betrachten und nehmen dabei Beschränkungen unserer Arbeit wahr. Besucherinnen aus Tbilissi und weitere Projekte Dieser wechselseitige Austausch zeigte sich auch beim Besuch georgischer Gäste. Vom Deutschen Lehrstuhl besuchten die Lehrstuhlleiterin, Frau Dr. Medeo Tschcheidse und Frau Maja Baramidse das Zentrum. Sie hospitierten in univesitären Lehrveranstaltungen und in Sprachkursen. Dabei kam Frau Baramidse zu der Einschätzung, daß sie in einigen Bereichen didaktisch-methodisch wohl weiter seien als wir in Münster … Bei einem Kurzbesuch von Prof. Dr. J. Mosidse, Rektor der "Staatlichen Universität für Sprache und Kultur" in Tbilissi, wurde eine Ausweitung der Partnerschaft besprochen. Er schlug vor, daß sich die WWU an der Gründung einer internationalen kaukasischen Sommeruniversität beteiligt. Diese Sommeruniversität soll im Frühjahr des kommenden Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Inzwischen konnte das betreffende Dezernat der WWU für das Projekt gewonnen werden. W. Grießhaber in Scheinwerfer Dezember 1999 |