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Pragmatik L1-Erwerb: Pragmatische Aspekte 'Kontextreferentieller Akte'

Rein-Raus: Aufgabe / Lösung | Konstellationen: Bilderbuch | Eltern-Kind: Überblick / Details | Verständnissicherung


Simone (1; 9) möchte im Abstand weniger Minuten in den Kinderwagen ("Karre") rein- und wieder rausgesetzt werden. Die markierten Äußerungen hat sie tatsächlich gewählt:

 
 rein
 
 Karre
 
 Mone
 
 Mone rein
 
 Karre rein
 
 Mone Karre
Kind-in-Karre
 raus
 
 Karre
 
 Mone
 
 Mone raus
 
 Karre raus
 
 Mone Karre

Warum wählt Simone bei ihren kontextreferentiellen Akten auf Elemente der Sprechsituation die markierten Ausdrücke?

Ihre Äußerungen beziehen sich auf ihre Position und ihre Wünsche in der Sprechsituation. Dabei verbalisiert sie die zentralen Aspekte der von ihr gewünschten Handlung des Erwachsenen: rein reicht, wenn sie noch draußen ist; es kann durch Nennung des Objekts Karre genauer bestimmt werden. Daß Simone rein will, braucht nicht eigens verbalisiert zu werden. Für die Bitte zum Herausnehmen genügt die Verablisierung der Partikel raus, ohne weitere Präzisierungen. Es ist klar, von wo sie raus will, während das Ziel nicht benannt zu werden braucht.

Simone ist in ihrer Entwicklung noch nicht so weit, die Perspektive des Hörers so einzubeziehen, daß sie z.B. mit Mone Karre sich als Objekt und das Ziel der Verbringung aus der Hörerperspektive versprachlicht.


Literatur
  • Miller, M. (1975) Pragmatic constraints on the linguistic realization of "semantic intentions" in early child language. Trier: Linguistic Agency Trier (nach: Müller, Frank (1977) Erstspracherwerb: Theoretische Ansätze, Methoden, Untersuchungen. In: Studium Linguistik 4/77, 10)