Wirtschaftsfachsprache: Bsp. Ablaufplanung Lehrwerk Lehrwerk: Begriffsnetz (Grießhaber 95-07)



Lehrwerk

8.1.1 Gegenstand und Parameter der Ablaufplanung

  1. Gegenstand der Ablaufplanung ist es, die Produktionstermine der Fertigungsaufträge in den einzelnen Produktionsstufen festzulegen.
     
  2. Aus der Sicht der Aufträge sollte die Terminierung möglichst keine Lagerzeiten in der Fertigung (Zwischenläger) und auch keine Endlagerzeiten vor dem Absatz aufweisen, da derartige Läger mit zusätzlichen Kosten verbunden sind.
     
  3. Anzustreben ist möglichst eine Terminierung nach dem Just-in-time-Prinzip.
     
  4. Demzufolge sollte der Produktionsendtermin auf den zugesagten Absatztermin gut abgestimmt sein, und auch die Produktion in den einzelnen Fertigungsstufen sollte terminlich so koordiniert sein, daß Wartezeiten der Aufträge vor den Fertigungsstufen vermieden werden.
     
  5. Zur Just-in-time-Konzeption gehört ebenfalls eine terminliche Koordination der Materialbereitstellung.
     
  6. Fremdbezogene Materialien sollten erst dann der Fabrik zugehen, wenn diese auch zur Produktion benötigt werden.
     
  7. Aus der Sichtweise der Maschinen kommt es darauf an, eine zulässige Terminierung der Aufträge zu finden, bei der die Maschinen oder Arbeitsplätze möglichst kontinuierlich arbeiten können, ohne auf Aufträge warten zu müssen.
     
  8. Ablaufprobleme haben daher immer zwei Sichtweisen (Auftrags- und Arbeitsplatzsicht), und die Ablaufplanung muß eine Lösung finden, die beiden Gesichtspunkten gerecht wird.
     
  9. Ein Kernproblem der Ablaufplanung bei Werkstattfertigung besteht darin, daß eine Lösung, die aus der Sicht der Maschine bzw. Arbeitsplätze günstig ist, nicht zwingend aus der Sicht der Aufträge vorteilhaft sein muß (Dilemma der Ablaufplanung).
     
  10. Für eine ausgetaktete Fließfertigung existiert das Dilemma grundsätzlich nicht, da bei diesem Fertigungstyp eine Wartezeit eines Auftrages in einer Fertigungsstufe gleichzeitig auch eine Leerzeit für die Arbeitsstation ist.
     

Adam 1993, 391

 

Markierungen

Ablauf: 6 | Auftrag: 8 | Sicht: 7 | Termin: 8 | Zeit: 5

 

Vernetzung

Die mit dem Thema besonders verbundenen → Symbolfeldausdrücke überziehen den Text wie ein engmaschiges Netz. Oft kommen Ausdrücke in einer syntaktischen Konstruktion mehrmals vor. Das Wiederaufgreifen von vorher verwendeten Symbolfeldausdrücken erzeugt eine Verbindung zwischen den einzelnen Sätzen. Vor diesem Hintergrund fällt die geringe Verwendung anaphorischer Elemente zur Herstellung und Aufrechterhaltung der Fokuskontinuität auf (s. dazu Graefen 1997), die stattdessen wesentlich mit Mitteln des Symbolfelds realisiert wird.
Mit den symbolfeldgestützten Verkettungsverfahren unterscheiden sich wissenschaftliche Texte von narrativen, bei denen die Verkettung vornehmlich durch anaphorische Mittel realisiert werden (z.B. → 'Nagel').


Buch 

Adam, D. (19937) Produktions-Management. Wiesbaden: Gabler
Graefen, Gabriele (1997) Der Wissenschaftliche Artikel - Textart und Textorganisation. Frankfurt/M. u.a.: Lang