Ebenen |
"In der Regel wird dabei von einem zweiteiligen Schema mit den Konstituenten
(a) Makroökonomie (Weltwirtschaft, Volkswirtschaft) und
(b) Mikroökonomie (öffentlicher/privater Betrieb, öffentlicher/privater Haushalt)
ausgegangen.
Die Interdependenz der beiden Bereiche in realen wirtschaftlichen Handlungssituationen - etwa bei bedeutenden Exportgeschäften - ist evident. Sprachlich realisiert sie sich in einer mehr oder minder deutlichen Verschränkung letztlich nur heuristisch trennbarer Kommunikationsebenen. |
Unternehmen |
Als idealtypisch kann in dieser Hinsicht die Kommunikationsstruktur eines beliebigen Großunternehmens der Industrie angesehen werden: Das Unternehmen selbst repräsentiert aufgrund seiner Einbindung in den gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang gleichsam in verkleinertem Maßstab das Bezugsfeld von Mikro- und Makroökonomie, von Einzel- und Weltwirtschaft. Entsprechend der üblichen Unternehmensgliederung in die Hierarchiestufen
(a) des strategischen,
(b) des operativen Managements und
(c) der Ausführungsebene
erweist es sich gleichzeitig als Substrat sämtlicher Bereiche wirtschaftlichen Denkens und Handelns. (…) Die Kommunikationsstruktur des Unternehmens schließt die genannten Bereiche notwendigerweise ein. Sie repräsentiert demzufolge in vertikaler Hinsicht - und in verkleinertem Maßstab - sämtliche Sprachebenen des gesamtwirtschaftlichen Handlungsfeldes. |
Sprache |
In Anlehnung an die für die Bezeichnung der technischen Sprachen eingeführte Dreiergliederung bietet sich diesbezüglich auch für die Wirtschaftssprache eine an den jeweiligen Kommunikationsverhältnissen orientierte Einteilung in
(a) Theoriesprache,
(b) Berufssprache und
(c) fachbezogene Umgangssprache an." |
Organisation |
"Das idealtypische Organisationsmodell eines Großunternehmens ist indes nicht nur in vertikaler, sondern auch in horizontaler Hinsicht für eine Bestimmung des Begriffs "Wirtschaftssprache" hilfreich. (…)
Entscheidend ist hierbei die Überlegung, daß potentiell grundständige Bereiche eines Unternehmens wie Geschäftsleitung; Verwaltung/Organisation; Finanzen; Absatz; Produktion; Forschung/Entwicklung auch in sprachlicher Hinsicht branchenübergreifenden Charakter haben. (…)
Das heißt, die in der Forschung üblicherweise vorgenommene Gliederung nach Fächern bzw. Fachbereichen ist in bezug auf die Wirtschaftssprache ersetzbar durch eine Gliederung nach Unternehmensbereichen. Dementsprechend fungiert das Organigramm eines Großunternehmens der Industrie heuristisch nicht nur als verkleinertes Modell des gesamtwirtschaftlichen Handlungsfeldes, sondern auch als idealtypisches Strukturmodell seines mit dem Begriff "Wirtschaftssprache" oder "Sprachbereich Witschaft" zu bezeichnenden kommunikativen Zusammenhangs:" (S. 64-65) [Grafik] |
|
"Ein Strukturmodell wie das hier dargestellte bietet unbeschadet seines heuristischen Charakters die Möglichkeit, den Sprachbereich Wirtschaft über die in bezug auf den Wirtschaftsalltag zu eng gesteckten Grenzen der Wissenschaftssprachen VWL und BWL hinaus zu beschreiben." (S. 66)
|