Missverständnisse durch Nutzung latenter kommunikativer Ressourcen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung |
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Forschungsprojekt gefördert im NRW-Exzellenzwettbewerb "Geisteswissenschaften gestalten Zukunftsperspektiven" | ||
Transkript- & Text- Thesaurus | |
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Überblick: |
Kurzbeschreibung |
Das Vorhaben untersucht die latente, d.h. nicht offen zu Tage tretende Verwendung und Wir-kung nicht-deutscher kommunikativer Ressourcen durch russischsprachige jugendliche MigrantInnen. Auf der Basis der Befunde sollen Konzepte zur didaktischen Intervention im Schulunterricht entwickelt und erprobt werden, um so einen wichtigen Beitrag zur sprachlichen Integration zu leisten. Jugendliche AussiedlerInnen aus den Staaten der GUS mit russischer Familiensprache gelten als schwer zu integrierende Gruppe. Jugendlichen Russlanddeutschen wird ein hoher Grad an Gewaltbereitschaft attestiert. Ungeachtet ihrer deutschen Staatsangehörigkeit neigen russisch-sprachige MigrantInnen zur gesellschaftlichen Abkapselung von der deutschen Mehrheitsgesellschaft wie auch von anderen Migrantengruppen. Auch Wertorientierungen aus früheren Erfahrungen prägen das Handeln. Derartige differente Wertorientierungen und mangelnde Deutschkenntnisse bedingen sich gegenseitig und tragen zur Etablierung in der Herkunftsgesellschaft bei. Eine wesentliche Rolle bei den Abkapselungsprozessen kommt der latenten Verwendung kommunikativer Ressourcen aus dem Russischen zu. Wertvorstellungen, Handlungsmuster, sprachliche Stereotype und Mikroformeln werden ins Deutsche übertragen, ohne dass ihre Herkunft in den deutschen Äußerungen ohne weiteres erkennbar ist. Da deutschsprachigen Kommunikationspartnern deren Bezugsrahmen verborgen bleibt, fehlt den sprachlichen Mitteln ihre im Russischen vorhandene Wirksamkeit. Häufig unbemerkte Missverständnisse auf beiden Seiten sind die Folge. Zunächst soll das Vorkommen latenter Ressourcen und deren Wirkung auf deutschsprachige Lehrkräfte untersucht werden. Dazu werden in den 9. Jahrgangsklassen an Haupt- und Realschulen sowie an Gymnasien mit einer Bildvorlage schriftliche Äußerungen in folgenden Sprachen elizitiert: russischsprachige von russischen Jugendlichen in Russland und von MigrantInnen in Deutschland, sowie deutschsprachige von deutschsprachigen Jugendlichen und von MigrantInnen in Deutschland. In vergleichenden Analysen dieser Corpora wird die latente Verwendung russischsprachiger Ressourcen ermittelt. Sodann werden in mündlichen Gesprächen mit den MigrantInnen deren kommunikative Absichten beim Verfassen rekonstruiert. Danach wird in Gesprächen mit deutschsprachigen Lehrkräften die Wirkung der deutschsprachigen Texte auf die Lehrkräfte ermittelt. Abschließend sollen mit den Lehrkräften und den Jugendlichen Wege und Verfahren zur Bewusstmachung der latenten Nutzung nicht-deutscher Ressourcen und zur Erweiterung ihres sprachlichen Handlungsrepertoires entwickelt werden, die anschließend im Unterricht erprobt werden. |
Arbeitsschritte |
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Texte |
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Beispiele |
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Mitarbeiterinnen |
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:
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Beirat |
Die Projektarbeit wird durch einen wissenschaftlichen Beirat unterstützt, dem folgende WissenschaftlerInnen angehören:
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Publikationen |
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Grießhaber, Wilhelm & Roll, Heike & Schilling, Andrea. "Und dann Wort für Wort und schlegerei hat sich angefangen" - Missverständnisse durch Nutzung latenter russischsprachiger Ressourcen im Deutschen. Kemper, Dirk & Bäcker, Iris (Hgg.) Deutsch-russische Germanistik. Ergebnisse, Perspektiven und Desiderate der Zusammenarbeit. Moskau: Stimmen der slavischen Kultur, 199-209 |
© W. Grießhaber 2005-2009; letzte Änderung: 12.03.2009 |