Händedruck oder Bussi? - Statements aus dem Jahr 2003


Händedruck oder Bussi?

Die einen begrüßen sich mit einem Händedruck irgendwo zwischen lasch und herzhaft, die anderen umarmen sich und geben sich zum Zeichen der besonderen Zuneigung ganz französisch Bussi rechts, Bussi links. Wie halten Sie es bei der Begrüßung?

Maria B.
selbständig

Gute Bekannte nehme ich herzhaft in den Arm und drücke ihnen ein Küsschen auf die Wange - egal ob Männlein oder Weiblein. Andere begrüße ich mit Handschlag. In der Art der Begrüßung werden für mich die Unterschiede in der Beziehung ersichtlich.

Christian S.
Geschäftsführer

Ich gebe immer die Hand, denn Küsschen finde ich ekelhaft. Die angenehmste Art der Begrüßung herrscht meiner Meinung nach bei den Chinesen: weder Handschlag noch Küsschen, sondern eine distanzierte Verbeugung.

 

Steffi T.,
Bankangestellte

Ich begrüße Frauen herzlicher als Männer. Das kann eine Umarmung sein, aber nicht mit Küsschen links und rechts - ich halte mich da zurück. Meist gebe ich einen herzlichen Händedruck. Den darf man schon spüren, sonst kann man ihn bleiben lassen.

Wolfgang R.,
Diplom Betriebswirt

Ich begrüße per Handschlag, Frauen natürlich mit Küsschen. Dabei ist für mich nicht der Grad der Bekanntschaft ausschlaggebend, sondern die Sympathie. Das kann für Verwirrung sorgen, wenn Männer ein Problem damit haben und eifersüchtig werden.

Luzia H.,
Sekretärin

Normalerweise gebe ich die Hand, im Bekanntenkreis wird mit Küsschen begrüßt - egal ob männlich oder weiblich. Allgemein wird das ja immer selbstverständlicher, was ich manchmal etwas schade finde, weil dadurch viel von der Privatsphäre eines Küsschen verloren geht.

 

Peter S.,
Diplom-Ingenieur

Normalerweise sage ich 'Guten Tag' oder gebe meinem Gegenüber die Hand. Einem guten Bekannten klopfe ich auf die Schulter oder man nimmt jemand mal leicht in den Arm. Aber Küsschen sind eher selten und gelten den Frauen.

Helga S.,
Hausfrau

Menschen, die mir nicht so nahe stehen, begrüße ich per Handschlag. Wenn ich jemanden mag, drücke ich ihn und gebe ein Küsschen. Früher war man reservierter. Mehr Gefühl und Herzlichkeit zu zeigen, haben wir sicher von den jungen Leuten gelernt.

Olaf B.,
Techniker

Nur bei sehr guten weiblichen Bekannten halte ich die 'französische' Begrüßung für angebracht. Ich habe noch nie einen Mann mit Küsschen begrüßt. Mit ist das zu aufdringlich, es passt nicht zur guten Etikette. Ich habe den Eindruck, dass auf sie immer weniger Wert gelegt wird.


L&LM | Sprache | Händedruck oder Bussi?: Statements | Illustrierte Wochenzeitung 12/03 |