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Progression |
zeitliche Anordnung der Sprachmittel im Vermittlungsprozeß | |
Typen |
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linear |
konzentrisch | |
Sprachmittel werden nur einmal behandelt und dann als vermittelt vorausgesetzt. Dies erfordert schon für 'einfache' Bereiche komplexe Regeln, z.B. für die Bildung der nominalen Pluralformen im Deutschen. |
Sprachmittel werden mehrfach behandelt. Schon behandelte Bereiche werden immer wieder aktiviert, komplexe Bereiche werden in mehrere überschaubare Teilbereiche zerlegt. | |
grammatisch |
kommunikativ | |
Die Reihenfolge der Sprachmittel wird nach grammatischen Gesichtspunkten bestimmt, z.B. Präteritum vor Perfekt. |
Die Reihenfolge der Sprachmittel wird nach kommunikativen Gesichtspunkten bestimmt, z.B.nach situativen Arrangements oder Sprechanlässen. | |
Kriterien |
Es wurden verschiedene Kriterien zur Einteilung und Anordnung der Sprachmittel entwickelt. Im folgenden werden einige häufiger verwendete vorgestellt:
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Steilheit |
Die behandelten Sprachmittel können unterschiedlich steil angeordnet sein: bei einer flachen Progression werden in den einzelnen Einheiten nur wenige behandelt, das Lehrwerk geht sehr langsam vor, u.U. vermissen die Lerner den Zusammenhang, bei einer steilen Progression werden in den Einheiten mehr Mittel behandelt, das Lehrwerk geht in großen Schritten voran, u.U. wird mit neuen Bereichen begonnen, bevor die aktuellen gefestigt sind. Die Progression ist vom Sprachkontrast, dem Niveau und den Adresssaten abhängig.
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Frequenz |
Aus der Häufigkeit der Verwendung von Sprachmitteln durch native speakers wird die Reihenfolge der Vermittlung abgeleitet. Dieses Kriterium spielt(e) insbesondere bei der Auswahl lexikalischer Mittel eine wichtige Rolle. So werben z.B. Grund- und Aufbauwortschatzbücher damit, daß mit ca. 2.000 Wörtern schon 80% eines Normaltextes erfaßt sind. Das Kriterium wird auch auf grammatische Strukturen oder Handlungsmuster angewendet.
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Kontrastivität |
Beginn mit den Sprachmitteln, die in beiden Sprachen gleich sind (= positiver Transfer); später die differenten Mittel, die negativen Transfer verursachen könnten; Anwendung auf alle sprachlichen Ebenen; besonders konsequent in der audiolingualen Methode angewendet.
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Komplexität |
Vom Einfachen zum Komplexen; anwendbar auf grammatische Strukturen oder auf psycholinguistische Prozesse; grammatische Komplexität bei frühen generativ fundierten Konzepten wichtig: aus der Anzahl der Transformationsschritte ergab sich die Komplexität; so gilt das aus dem Aktiv abgeleitete Passiv als komplexer und wird später eingeführt. Unter psycholinguistischen Gesichtspunkten spielt die Regelhaftigkeit eine Rolle: regelmäßige werden vor unregelmäßigen Formen eingeführt.
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Erwerbs- reihenfolge im L2-Erwerb |
Eigentlich könnte man die Mittel auch danach anordnen, wie sie L2-Lernende erwerben; für globale Überlegungen bietet sich die 'processability hypothesis' (→ Pienemann 1999) an; im Detail wäre z.B. zu berücksichtigen, daß Lerner Perfektformen vor Präteritum erwerben (→ Vogel 1991).
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Lehrwerke kombinieren in der Regel mehrere Progressionsprinzipien. | |
© W. Grießhaber 2002-2005 |