FSU: Methoden - Parameter zur Unterrichtsbeschreibuung


Unterrichts-
sprache

Fokus

Progression

Bewußt-
machung

Regel-
vermittlung

Fertigkeiten

           
einsprachig

einsprachig

 

lehrerzentr.

 

grammatisch

kognitivierend

kognitiv

deduktiv

deduktiv

schriftlich

schriftlich

zweisprachig

zweisprachig

 

lernerzentr.

 

kommunikativ

imitierend

imitierend

induktiv

induktiv

muendlich

mündlich


Unterrichts- sprache

Je nachdem, ob der Unterricht ausschließlich in der Zielsprache oder auch unter Verwendung der Erstsprache der Lernenden stattfindet, wird der Unterricht als ein- oder zweisprachig bezeichnet. Butzkamm plädiert für eine 'aufgeklärte Einsprachigkeit', die auch die gelegentliche Verwendung der Erstsprache erlaubt.

 

Fokus

Der Frontalunterricht gilt als klassische Form lehrerzentrierten Unterrichts. Er war charakteristisch für die Vermittlung der klassischen Sprachen (Latein, Altgriechisch). Auf der anderen Seite rücken mit der kommunikativen Wende die Lernenden in den Blickpunkt der FS-Didaktik. Beim lernerzentrierten Unterricht dominieren Partner- und/oder Gruppenarbeit. Autonomes Lernen erfordert zwingend lernerzentrierte Vermittlungsformen.

 

Progression

In Abhängigkeit von der Anordnung des Lehrstoffes wird unterschieden, ob die Progression nach grammatischen oder kommunikativen Gesichtspunkten erfolgt. Sowohl der klassische FS-Unterricht in Latein als auch die audiolinguale Methode folgen einer grammatischen Progression. Kommunikativ orientierte Methoden setzen dagegen auf eine Anordnung nach situativen Prinzipien und Sprechanlässen. Typisch hierfür sind z.B. 'auf dem Markt', 'sich begrüßen' usw.
Weiterhin wird zwischen einer linearen und einer konzenrischen → Progression unterschieden; bei letzterer werden die Sprachmittel mehrfach nacheinander behandelt.

 

Bewußt- machung

Auf eine explizite Regelvermittlung setzt der klassische FSU: Regelkenntnis befähigt zur Arbeit mit fremdsprachlichen Texten. Auf der anderen Seite setzen die audiolinguale und die audiovisuelle Methode konsequent auf eine Sprachvermittlung ohne Regelvermittlung. Die Lernenden sollen die Regelmäßigkeiten durch pattern drill unbewußt einschleifen.

 

Regel- vermittlung

Prototyp der deduktiven Regelvermittlung ist der klassische FSU in Latein, bei dem zunächst eine Regel eingeführt wird, die sodann geübt wird. Bei der induktiven Regelvermittlung werden dagegen aus mehreren fremdsprachlichen Beispielen im Unterrichtsgespräch Regeln abgeleitet. Dabei wird das Material so angeordnet, daß die zugrundeliegenden Regelmäßigkeiten sichtbar werden.

 

Fertigkeiten

Der klassische FSU setzt konsequent die Beschäftigung mit den Texten alter Meister in das Zentrum der FS-Vermittlung. Das Sprechen in der Fremdsprache spielt praktisch keine Rolle. Dagegen wollen die neueren Methoden die Lernenden vor allem zur mündlichen Kommunikation mit Sprechern der Zielsprache befähigen ('kommunikative Kompetenz'). Die Schreibfertigkeit geriet dabei mehr oder weniger ins Hintertreffen.
Im Rahmen des → 'Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens' steht die Bestimmung der Fertigkeiten, über die ein Lerner verfügt, im Zentrum.


Literatur

Neuner, Gerhard & Hunfeld, Hans (1993) Methoden des fremdsprachlichen Deutschunterrichts. Eine Einführung. München u.a.: Langenscheidt; weitere Literatur