FSU: Methoden - Begriffe: Didaktik - Methodik


Didaktik i.w.S.

WAS? & WIE?

Didaktik im weiteren Sinne wird verstanden "als Wissenschaft vom Lehren und Lernen in allen Formen und auf allen Stufen. In diesem Sinne umfaßt der Begriff sowohl systematisches als auch gelegentliches Lehren und Lernen, bewußtes Lernen und unbewußtes Lernen, das 'Was', also den Inhalt des Lehrens und Lernens ebenso wie das 'Wie', die Verfahrensweisen und Methoden, Organisationsformen und Hilfsmittel." (Klafki u.a. 1970, 64-65)

 

Didaktik i.e.S.

WAS?

Didaktik im engeren Sinne wird verstanden als Theorie der zielorientierten Lehr- und Lerninhalte, bzw. der Bildungsinhalte (Klafki u.a. 1970, 70);
methodische Fragen können immer erst geklärt werden, wenn die didaktischen Voraussetzungen geklärt und die didaktischen Fragen entschieden sind. … Die Methode kann darum immer nur mit ihren didaktischen Voraussetzungen beschrieben und gelehrt werden (nach Weniger). Klafki bezeichnet dies als 'Primat der Didaktik im Verhältnis zur Methodik'.
Heimann & Schulz betonen dagegen die Interdependenz aller am Unterricht beteiligten Faktoren.

 

Methodik

WIE?

Methodik betrifft die Frage, wie sich Erziehungs- und Lernvorgänge und dadurch vermittelte Lernprozesse vollziehen:
"Formen und Verfahrensweisen mit denen Menschen unter pädagogischen Zielvorstellungen das Lernen anderer Menschen bewußt und planmäßig zu beeinflussen versuchen, nennen wir im erziehungswissenschaftlichen Sprachgebrauch 'Methoden'. Die Erforschung solcher planmäßigen pädagogischen Einwirkungen auf Lernprozesse und die Bildung von entsprechenden Theorien wird unter dem Terminus 'Methodik' zusammengefaßt." (Klafki u.a. 1970, 129)

Zur Methodik i.e.S. gehören vier gleichwertige Teilbereiche; sie befassen sich mit:

  1. der Gliederung des Unterrichts,
  2. den Formen der Unterrichtsgestaltung,
  3. dem Einsatz von Lehr- und Lernmitteln (Medien) und
  4. der Organisation des Unterrichts. (→ Grafik)
 

Methoden im FSU

In der Fremdsprachvermittlung bezieht sich der Terminus 'Methode' auch auf ein theoretisch begründetes System der Vermittlung; besondere Bedeutung kommt dabei folgenden Methoden zu: (traditionellen) Grammatik-Übersetzungs-Methode (GÜ,M), Audiolinguale Methode (ALM), Audio-visuell-struktural-globale Methode (AVSG), Direkte Methode, kommunikative Methoden und verschiedene sog. 'Alternative Methoden' (u.a. Total Physical Response (TPR), Suggestopädie; → Überblick).

 

Didaktik / Methodik

WAS? & WIE?

In der Fremdsprachvermittlung hat sich - wohl nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt der Interdependenz der Inhalte und der Vermittlungswege - eine sehr weite Verwendung der Begriffe Didaktik und Methodik etabliert. Oft werden unter dem Begriff Didaktik methodische Aspekte behandelt. Im Ergebnis werden oft beide Begriffe unter 'Didaktik/Methodik' zusammengefaßt.
Vereinfachte Bestimmung: während sich Methodik mehr oder weniger explizit auf das 'wie' der Vermittlung bezieht, kann sich Didaktik sowohl exklusiv auf das 'was' der Vermittlung als auch auf das 'was und wie' der Vermittlung beziehen.

Folgendes Zitat aus einem Handbuch zur Deutschdidaktik veranschaulicht die terminologische Bandbreite:
"Didaktik ist die Theorie der Ziele, Inhalte und Methoden des Unterrichts, d.h. des Lehrens und Lernens. - Die Allgemeine Didaktik ist eine Teildisziplin der Erziehungswissenschaft. Sie beschreibt die übergreifenden Lehr- und Lernziele der Schule, die Systematik der Schulfächer, ihre Begründung und ihren Stellenwert innerhalb des von der Gesellschaft bestimmten Bildungsauftrags der Schule und ihren Zusammenhang mit den verschiedenen relevanten Fachdisziplinen. Schließlich erforscht sie den Zusammenhang zwischen den Zielen, Inhalten und Methoden des Unterrichts. - Fachdidaktik ist die Theorie der Ziele, Inhalte und Methoden des Unterrichts in einem Schulfach unter dem Blick der jeweiligen Fachwissenschaft(en) und der von der Allgemeinen Didaktik erforschten Faktoren. - Die Curriculumtheorie untersucht die Problematik der Lernzielentscheidungen, Lernzielformulierungen usw. in bezug auf die entsprechenden Lerninhalte und die Thematik des Unterrichts in einem Schulfach. - Die Methodik beschreibt, untersucht und entwickelt fachspezifisch, pädagogisch, psychologisch usw. geeignete Verfahrensweisen, die zum Erreichen der Lernziele und zur Vermittlung der Lerninhalte angewendet werden. Sie berücksichtigt zusammen mit der Fachdidaktik alle Faktoren, die bei der Planung, Durchführung, Kontrolle und Diagnose des Unterrichts konstitutiv sind. - Für die Ebene der Wissenschaftsdidaktik und der Hochschuldidaktik ergeben sich die entsprechenden allgemein-didaktischen und fachdidaktischen Parallelen bzw. Konsequenzen für das jeweilige Hochschulfach von selbst." (Hein 19802,19-20)

 

Ursprung

Didaktik aus griech. didaskein (): lehren, belehren, Lehrer sein, unterweisen, (aus)bilden; didaktike techne: Technik/Kunst des Unterrichtens

Methodik aus griech methodos: Weg der Untersuchung; meta hin, nach + hodos Weg: der Weg auf etwas hin

"Methode (griechisch) ist der Weg, die Art, wie man etwas erforschen oder zu erreichen sucht, dann ein planmäßiges, regelmäßiges Verfahren, daher in der Logik diejenige Art, Erkenntnisse zu behandeln, oder abzuhandeln, welche auf deutlich gedachten Regeln des Verstandes beruht, Methode genannt und von der Manier, die nach dem ästhetischen Gefühle von Harmonie und Ebenmaß verfährt und empirischer Natur ist, unterschieden wird." (S. 374)
"Überhaupt erfordert jede Kunst und Wissenschaft beim Unterrichte eine eigne, auf ihre Natur und ihr Verhältnis zum menschlichen Geiste gegründete Methode oder Art und Weise, wie sie den Schülern mitgetheilt, eingeübt und angeeignet werden soll und unter den vielen Lehrmethoden, die es für einen Unterrichtsgegenstand giebt, wird allemal diejenige, bei der sich die Schüler denselben am gründlichsten und ehesten aneignen und zugleich ihre Kraft daran für etwas Höheres üben und stärken können, den Vorzug haben. Denn darin müssen die Methoden für Unterrichtsgegenstände aller Art mit einander übereinstimmen, daß sie den Lehrling in Stand setzen, sich die Kenntnisse und Fertigkeiten, die er lernen soll, durch eigne Thätigkeit zu erwerben, da nur das Selbsterworbene ganz unser wird. Es kommt dabei weniger auf die Kürze als auf die Sicherheit des Weges an, den die Methode anweist;" (Brockhaus 6. Band 1820, 375-376)


Literatur

Brockhaus, F. A. (18205) Allgemeine deutsche Real-Encyclopädie für die gebildeten Stände. (Conversations-Lexicon.). Leipzig: Brockhaus
Hein, Jürgen (19802) Fachwissenschaft und Fachdidaktik. In: Sowinski, B. (Hg.) Fachdidaktik Deutsch. Köln u. Wien: Böhlau, 19-33
Klafki u.a. (1970) Funkkolleg Erziehungswissenschaft 2. Frankfurt/M.: Fischer
weitere Literatur