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Dentler | Hufeisen | Lindemann | Mißler | Neuner | Vogel 1992 | Bsp.: 'Dim Sum' | Literatur |
[Transkription | Text | Hintergrund | Worterklärung 'sogar' | Umlaut | Verbflexion] |
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Umlaut Im Transkriptausschnitt formuliert Asi (L1 Englisch) in PF 23 bis 24 den nächsten Satz vor. Ihre Partnerin Lin (L2 Englisch) bestätigt den Vorschlag mit Genau und beginnt mit der durch häufige kleine Pausen unterbrochenen Texteingabe. Nach Stuck best¨tigt Asi das bis dahin Geschriebene mit Ja. Unmittelbar nachdem Lin wieder im halblaut gesprochenen Schreibbprozeß ist, bemerkt Asi in PF 25, daß das Wort Stuck nicht richtig geschrieben worden ist (Schritt 0) und interveniert, indem sie auf die Schreibung mit Umlaut hinweist (Schritt 1 und 2).
An Asis Intervention ist besonders die Art der Korrektur interessant. Sie unterläßt es, die ihrer Meinung nach fehlerhafte Stelle explizit zu verbalisieren; sie unterläßt es auch, explizit darauf hinzuweisen, daß ein Wort falsch geschrieben ist, wie dies im Fremdsprachenunterricht sehr häufig geschieht. Sie verläßt sich darauf, daß das fehlerhafte Element von ihrer Partnerin mit dem Hinweis Umlaut identifiziert werden kann. Sie nimmt somit eine Intervention vor, die die persönliche Integritätszone ihrer Partnerin möglichst wenig tangiert. Dazu passend leitet sie ihre Intervention mit Das heißt ein, also mit einem deiktischen Ausdruck, der auf ein Textelement am Bildschirm verweist. Mit nachgestelltem Ich denke. nimmt sie die Gültigkeit der von ihr vorgeschlagenen Schreibnorm wieder etwas zurück. Sie geht also bei ihrer Intervention sehr partnerschonend vor. Lin nimmt den Vorschlag ohne explizite verbale Zustimmung an, indem sie das letzte akzeptierte Wort (eine) wiederholt und das strittige Wort neu schreibt (Schritt 2). Dabei spricht sie das Wort ohne Umlaut aus, so daß man meinen könnte, daß sie es weiterhin falsch schreibt. Aus einer späteren Transkriptstelle und aus dem fertigen Text geht jedoch hervor, daß sie Stück mit Umlaut schreibt. Wo bleibt die L2 Englisch? Da es sich bei den Umlauten um eine spezifische Erscheinung der deutschen Schrift handelt, kann hier das Englische auch nicht als Brücke dienen. Das Beispiel illustriert also die Grenzen der Hilfen durch die L2 beim Erwerb der L3 Deutsch. |
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Reparatur Bei der kooperativen Textproduktion sind beide Partnerinnen auf die Erstellung eines Textes hin orientiert, der dank des Bildschirms für beide sichtbar ist. Dadurch ist auch der mentale Planungsprozess der Zuschauerin nah am Formulierungsprozeß der Schreibenden. Ihre Intervention kann sich deshalb auf Schritte beziehen, die noch im Fokus der Schreiberin sind. Dadurch muß sie die Partnerin nicht erst aus einem Planungsprozeß herausreißen und auf die Tatsache eines - mental vielleicht schon weiter zurückliegenden - Fehlers hinweisen. Hier handelt es sich also nach Rehbein 1978 um eine Reparatur im engeren Sinn, die den Sprechhandlungsfokus des Sprechers/Schreibers aufrechterhält. Dies wird auch dadurch bestätigt, daß die Lin direkt nach der Intervention im angefangenen Plan fortfahren kann. |
Grießhaber, Wilhelm (2002) Neue Medien im DaF-Unterricht. In: Schreiber, R. (Hg.) Deutsch als Fremdsprache am Studienkolleg. Unterrichtspraxis, Tests, Evaluation. Materialien DaF 63 Regensburg: aks-Verlag, 308-326 |
© W. Grießhaber 2003-2005 |