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Corder | Kasper: 1975 / Methode / Komm-Modell / Aufforderungen / Beschwerden | Niansheng | Serra Borneto | GL3: Hufeisen / Dentler 1998 | → KSA |
[ Datenset | Datenart | Diskursmodell | Analyse ] |
nach dem von → Selinker vorgeschlagenen klassischen 'drei Daten-Set':
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Rollenspiele: Die Daten wurden in Simulationen gewonnen; die Sprecher erhielten jeweils eine knappe Darstellung der Handlungskonstellation, in der sie mit ihren Partnern verbal interagieren sollten und Handlungsziele, die sie in der Interaktion verfolgen sollten Rekonstruierte Äußerungsabsichten: Zustzätzlich zu den in den Rollenspielen erhobenen Daten wurden den Lernern ihre TL-Datensätze vorgespielt und es wurde mit ihnen ihre eigentliche Äußerungsabsicht mit Hilfe von TL-Muttersprachlern rekonstruiert. | |
Sprechakttheorie: Basis der Analyse bildet ein Diskursmodell, das sich auf die Sprechakttheorie stützt. Der didaktischen Zielsetzung entsprechend standen im Mittelpunkt, die tatsächliche und die intendierte Illokution der Sprechakte und dmögliche negative perlokutive Effekte beim Adressaten, die vor allem durch ungeeignete Sprechaktmodalitäten erzeugt werden. face & 'face-threatening-act': Die Sprechaktmodalität wird wesentlich durch außersprachliche Interaktionsformen der Höflichkeit bestimmt, für die 'face' eine zentrale Kategorie bildet. Im Zuge der angenommenen 'H-support'-Maxime von Edmondson 1981 werden besonders gesichtsbedrohende 'face-threatening-acts' und deren sprachliche Realisierung analysiert. Modalitätsmarkierer: Die verbale Realisierung von Sprechakten wird mittels unterst´ützender Züge realisiert, in denen die Illokution durch sprachliche Modalitätsmarkierer auf einer Indirektheitsskala modifiziert wird; es werden unterschieden (a) 'downgraders' zur Verminderung der Gesichtsbedrohung und (b) 'upgraders' zur Verstärkung der Wirkung auf den Hörer. Direktheitsstufen: Für die untersuchten Sprechakte werden sodann Stufen der verbalen Realisierung erstellt. Gambits: Als nichtsprechaktgebundene Sprachmittel werden Gambits untersucht. Unter ihnen werden 'dialogtypische Redemittel' bezeichnet, die primär oder ausschließlich relationelle und/oder diskursstrukturelle Funktionen wahrnehmen und in der Regel syntaktisch nicht gebunden sind. | |
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Kasper entscheidet sich für ein 'Beschreibungsverfahren "mittlerer Reichweite"' aus dem ethnomethodologischen Bereich, da diese gegenüber feineren Ansätzen (z.B. der funktionalen Pragmatik) weniger komplex seien und im Hinblick auf die 'Isolierung einzelner pragamatischer Aspekte (…) leichter handhabbar' seien. (S. 95) Die NL-, IL- und TL-Datensätze werden hinsichtlich der Sprechakte und der sprachlichen Mittel analysiert; es wird festgestellt, welche Modalitätsmarkierer die Lerner und die Zielsprachensprecher verwenden und worin die Hauptunterschiede liegen. Die Ergebnisse werden in Tabellen und Grafiken präsentiert (→ Auffordern). Für Unterschiede zwischen IL- und TL-Datensätze werden sodann verschiedene Erklärungsansätze gesucht und auf ihre Plausibiltät hin bewertet. | |
Kasper, Gabriele (1981) Pragmatische Aspekte in der Interimsprache. Eine Untersuchung des Englischen fortgeschrittener deutscher Lerner. Tübingen: Narr; weitere Literatur |
© W. Grießhaber 2003-2005 |