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Corder | Kasper: 1975 / Methode / Komm-Modell / Aufforderungen / Beschwerden | Niansheng | Serra Borneto | GL3: Hufeisen / Dentler 1998 | → KSA |
Grundlagen |
Im Rahmen einer kontrastiv orientierten Analyse der Lernersprache sollen Einflüsse der L1 und weiterer zuvor gelernter Fremdsprachen, insbesondere von Englisch als L2, auf den Erwerb des Deutschen als dritter Sprache (L3, → Tertiärsprachen) untersucht werden. | ||||||||||||||||||||||||
Matrix der Fehleranalyse | |||||||||||||||||||||||||
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Beispiele (→ weitere Beispiele) | |||||||||||||||||||||||||
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Anmerkungen | |||||||||||||||||||||||||
Bei den Klassifizierungsebenen fällt das Fehlen der lautlichen Ebene auf. Darin zeigt sich, daß das Verfahren zur Analyse schriftlicher Texte entwickelt wurde. Möglicherweise bietet der schriftliche Äußerungsmodus mehr Möglichkeiten für Einflüsse anderer Sprachen als der mündliche. Darauf hat schon vor längerer Zeit → Krashen 1978 hingewiesen. Grießhaber 2002 zeigt an der Analyse von Schreibprozessen eines türkischen Jungen in seiner schwächeren Sprache Türkisch, wie sich die Grammatik der Äußerungen im Bearbeitungsprozeß verändert. (→ Infos) Weiterhin zeigen die Klassifizierungsbeispiele, daß auch dieses Vorgehen nicht ohne subjektive Wertungen auskommt. So orientiert sich die Qualifizierung in 14 an einer Werteskala, die absolut gesetzt wird, die jedoch unter interkulturellen Gesichtspunkten hinterfragbar ist. Im Rahmen der vorgelegten Beispiele kann der Analyse nicht immer gefolgt werden. So weicht die Präposition in Beispiel 6 von standardsprachlichen deutschen Normen nicht unter syntagmatischen Aspekten (→ Saussure) ab, sondern unter semantischen. Der Schreiber hat für den zu versprachlichenden Sachverhalt eine falsche Präposition gewählt, ein typisches Lernproblem (s. Grießhaber 1981, 1999), das in strukturalistischer Hinsicht unter die paradigmatische Achse fallen würde. Das Verfahren scheint sich auf die Ermmittlung und Analyse fehlerhafter Äußerungen zu konzentrieren. Interessant ist jedoch gerade auch, was der Lernende schon beherrscht und wie er bestimmte sprachliche Mittel zur Erreichung seiner kommunikativen Zwecke einsetzt. Schon Corder 1967 wies vor Jahrzehnten darauf hin, daß ein Lerner oberflächlich wohlgeformte Äußerungen verwendet, denen jedoch nicht der Erwerb der zielsprachlichen Regeln zugrundeliegen muß. Derartige Erkenntnisse lassen sich nur gewinnen, wenn sämtliche Äußerungen in ihrem Handlungskontext erfaßt und analysiert werden.
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Corder, S. Pit (1967) The significance of learners' errors. In: IRAL 5/1967, 161-169 (wiederabgedruckt in : Richards, J. C. (Ed.) (1974) Error Analysis. Perspectives on Second Language Acquisition. London: Longman, 19-30) |
W. Grießhaber 2003-2005 |