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Robinsohn /
Robinson |
Diversifikation: Konzept /
Modell /
Erläuterungen |
Lingua Franca Englisch |
Konsequenzen für die Curriculumentwicklung (?) | |
Quantität |
Wenn man nur die Zahl der Muttersprachen-SprecherInnen einer Sprache als Kriterium für die (schulische) Fremdsprachvermittlung nehmen würde, müßte Chinesisch die mit Abstand am meisten unterrichtete und gelernte Sprache sein. Erst mit weitem Abstand folgen Englisch und Spanisch vor Hindi, Arabisch und Bengali, bevor mit Russisch und Portugiesisch wieder zwei europäische Sprachen kommen. Deutsch liegt nach Japanisch an zehnter Stelle mit deutlichem Abstand vor Französisch. Tatsächlich steht jedoch Englisch weltweit mit deutlichem Abstand an erster Stelle der weltweit verwendeten und gelehrten und gelernten Sprachen. Die Zahl der MuttersprachlerInnen spielt also in diesem Zusammenhang nur eine sehr vermittelte Rolle. |
Funktionen |
Wesentlich wichtiger für die Sprachenwahl und den Sprachbedarf sind die mit einer Sprache verbundenen kommunikativen Funktionen, vor allem ihre kommunikative Reichweite. Mit Englisch hat man weltweit die größte kommunikative Reichweite, sowohl auf individueller wie gesellschaftlicher Ebene. Dafür sind folgende Aspekte maßgeblich:
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Deutsch |
Deutsch ist zwar nach der Zahl der Muttersprachen-SprecherInnen eine wichtige Sprache, doch spielt es international weltweit eine nachgeordnete Rolle. Dies war nicht immer so. Noch bis zum 1. Weltkrieg war Deutsch eine international führende Wissenschaftssprache. Diese Rolle verlor es durch den Faschismus, der dazu führte, daß wissenschaftliche Eliten vertrieben oder vernichtet wurden, bzw. emigrierten. Mit den Emigranten kamen Übersetzungen wichtiger, bis dahin nur auf Deutsch zugänglichen Werke, so daß es nicht mehr unbedingt notwendig war, Deutsch zu können, um sich damit zu beschäftigen. Außerdem waren Deutschland und Deutsch aus wichtigen internationalen Organisationen ausgeschlossen. Selbst in der EG spielte Deutsch von Anfang an nur eine Nebenrolle; von der Groeben 1991 berichtet, daß bis Anfang der 70er Jahre Deutsch selbstverständliche Arbeitssprache in der Kommission war, jedoch nach dem Beitritt Englands deutlich zurückfiel. Allerdings erhielt sich Deutsch in Mittel- Osteuropa eine wichtige Rolle als zweite gemeinsame Sprache nach Russisch, die bis heute für ein großes Interesse sorgt. Diese Rolle hatte das Deutsche nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, daß es bedeutende deutschsprachige Gruppen in diesen Staaten gab und zum Teil noch gibt. Insgesamt aber ist Deutsch meist nur noch zweite oder dritte Fremdsprache nach Englisch und/oder einer weiteren Fremdsprache. |
Adam, Konrad (2000) Die Sprachkrankheit mit Namen BSE. Warum es sich lohnt, als Wissenschaftler Deutsch zu reden. In: FAZ 19.02.2000 Nr. 42, III |
W. Grießhaber 2003-2005 |