Classroom Interaction Analysis Feedback in the classroom - examples


Phänomen

Es ist kaum zu vermeiden, daß Lernende im Fremdsprachunterricht gegen zielsprachliche Normen verstoßen, d.h. Äußerungen mit einer fehlerhaften Stelle produzieren. Im Beispiel unten verwendet der Schüler Konny das progressive present ('is going') statt des simple present ('goes') und wird von der Lehrerin entsprechend korrigiert.

 

Beispiel

feedback-beispiel
Rehbein 1978, 8 (B2) aus einer Englischstunde; L: Lehrerin; Sk: Schüler Konny

 

Definitionen

Nach der interaktionalen Abfolge der Äußerungen lassen sich folgende Schritte unterscheiden (Rehbein 1978):

  1. Lerneräußerung mit Fehler: 'is going'
  2. Intervention: 'she goes to'
  3. Verbesserung von (1): 'she go to se/'
  4. Bestätigung: 'Yes'

 

Interventions- formen

In der empirischen Fremdsprachendidaktik werden die korrektiven Lehrerhandlungen in Schritt (2) oft danach klassifiziert, ob sie den Fehler offen korrigieren, den Lerner zu einer Selbstkorrektur mit oder ohne grammatische Informationen veranlassen oder einfach nur den Fehler mit einer hervorhebenden Intonation wiederholen. Diese Betrachtung konzentriert sich anhand von leicht identifizierbaren Äußerungsindikatoren auf die Art, wie der Lehrer den Fehler in seiner Äußerung behandelt.
Anschließend wird untersucht, welche Anschlußhandlungen die Lerner typischerweise auf eine bestimmte Form des feedback durchführen. Diese Art ist insbesondere in angloamerikanischen Arbeiten verbreitet (s. Lightbown & Spada).

 

Funktionen

Man kann Reparatursequenzen auch unter ihrer kommunikativen Funktion für Lerner und Lehrer behandeln. In dieser Blickrichtung ist am Beispiel festzustellen, daß die Lernerin zwar ihre ursprüngliche Äußerung im Sinne der Lehrerin verändert, aber das Lehrervorbild unverändert mit dem Pronomen she übernimmt. Durch die unveränderte Übernahme des von der Lehrerin angebotenen Teils produziert sie eine grammatisch falsche Äußerung mit zwei Subjekten. Dennoch erhält sie von der Lehrerin eine positive Bestätigung (4). Diese Art der Betrachtung stammt aus der Diskursanalyse und erfordert eine eingehendere Beschäftigung mit den mentalen Plänen der Sprecher (s. Rehbein).


Buch 

Lightbown, Patsy M. & Spada, Nina (19992) How Languages Are Learned. Revised Edition. Oxford: Oxford University Press, 104-106
Rehbein, Jochen (1978) Reparative Handlungsmuster und ihre Verwendung im Fremdsprachenunterricht. In: ROLIGpapir 34/1984. Roskilde: Universitetscenter
weitere Literatur