W. Grießhaber Examenshinweise zum Thema:
L1-Erwerb Lese- & Rechtschreibschwäche
 

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Allgemeine Hinweise zum Themenschwerpunkt

Dieser Bereich spielte bis vor einigen Jahren unter dem Begriff Legasthenie eine heiß diskutierte Rolle des primaren Sprachunterrichts. Er ist eng mit dem → Erstlesen & -schreiben sowie der → Orthographie verbunden. Deshalb sollten Sie auch die dort angegebene Literatur berücksichtigen. Die Besonderheit ist die Konzentration auf verschiedene Probleme gegenüber ungestörten Entwicklungsverläufen. In jedem Fall sind Mannhaupt 2003 für die Früherkennung und Sommer-Stumpenhorst mit seinem allgemeinen Überblick über die Entwicklung der Erforschung und Erklärung empfehlenswert.
Im Bereich A (Sprachwissenschaft) stehen vor allem psychologische Konzepte im Mittelpunkt, da angenommen wird, dass wesentliche Ursachen in einer psychisch/kognitiven Überlastung liegen.
Im Bereich C (Fachdidaktik) stehen diagnostische Instrumente und Verfahren zur Früherkennung im Vorschulalter (BISC Mannhaupt 2003), bzw. kurz nach der Einschulung (MÜSC Mannhaupt 2006) oder z.B. Dehn für eine spätere allgemeine Lernbeobachtung sowie didaktische Konzepte und deren empirische Erforschung im Zentrum. In jedem Fall sollte man die Richtlinien kennen. Im Vorschulbereich wird weithin Küspert & Schneider 1998 eingesetzt.


Literaturhinweise

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Brügelmann, Hans (1994) Outing: ich bin onomasthen. Zur Frage, ob es LRS, Legasthenie und Analphabetismus 'wirklich gibt'. In: Brügelmann, H. & Richter, S. (Hgg.) Wie wir recht schreiben lernen. Lengwil: Libelle, 224-226

Dehn, Mechthild (1994) Schlüsselszenen zum Schrifterwerb. Arbeitsbuch zum Lese- und Schreibunterricht in der Grundschule. Weinheim u. Basel: Beltz
Mit vielen Beispielen zum Prozess des Erlesens, Methoden der Diagnostik möglicher Probleme. - Kurzdarstellung als Webseite

Bredel, Ursula & Günther, Hartmut & Klotz, Peter & Ossner, Jakob & Siebert-Ott, Gesa (Hgg.) (2003) Didaktik der deutschen Sprache. 2 Bde. Paderborn u.a.: Schöningh
Umfassender Überblick über die Vermittlung der deutschen Sprache.

Füssenich, Iris (1998) Analphabetismus aus der Sicht der Sonderpädagogik. In: Huber, L. & Kegel, G. & Speck-Hamdan, A. (Hgg.) Einblicke in den Schriftspracherwerb. Braunschweig: Westermann, 75-81

Günther, Hartmut (1998) Phonographisches Lesen als Kernproblem der Dyslexie. In: Weingarten, R. & Günther, H. (Hgg.) Schriftspracherwerb. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 98-115

Jansen, H. & Mannhaupt, Gerd & Marx, Harald & Skowronek, H. (1999) Das Bielefelder Screening (BISC). Göttingen: Hogrefe

Klicpera, C. & Gasteiger-Klicpera, B. (1995) Psychologie der Lese- und Schreibschwierigkeiten. Entwicklung, Ursachen, Förderung. Weinheim: Beltz, Psychologie VerlagsUnion

Kultusministerium des Landes Nordrhein - Westfalen (Hg.) (1981) Richtlinien zur Förderung von Schülern mit isolierter Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) In: BASS des Landes NW, 14-01, Nr. 1

Küspert, Petra & Schneider, Wolfgang (1998) Hören, lauschen, lernen. Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter - Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache : Arbeitsbuch + Bildkarten. Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht
Ein spezielles Förderprogramm für Kinder im Vorschulalter, die mit BISC (s. Mannhaupt 2003) oder MÜSC (s. Mannhaupt 2006) als LRS-Risikokinder identifiziert wurden.

Landerl, Karin & Wimmer, Heinz (1998) Lesenlernen bei deutsch- und englischsprachigen Kindern. Normaler und gestörter Leseerwerb. In: Weingarten, R. & Günther, H. (Hgg.) Schriftspracherwerb. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 82-97

Mannhaupt, G. (1994) Deutschsprachige Studien zu Intervention bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten. Ein Überblick zu neueren Forschungstrends. In: Z. f. Päd. Psychologie 8, 3/4/94, 123-138

Mannhaupt, Gerd (2003) Früherkennung und Prävention von Problemen im Schriftspracherwerb. In: Grundschule 9/03, 45-48
Sehr empfehlenswerter Beitrag zur Funktionsweise der Frühdiagnostik und Förderung erkannter Risikokinder aus entwicklungspsychologischer Sicht im Rahmen des Konzepts der Lernvoraussetzungen (s. auch Wittmann & Pöppel 2001; zur Förderung s. Küspert & Schneider 1998).

Mannhaupt, Gerd (2006) Münsteraner Screening (MÜSC) zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten. Handbuch. Hamburg: verlag für pädagogische medien
In Gruppen einsetzbares Testverfahren zur Früherkennung von Kindern mit hohem LRS-Risiko in den ersten fünf Schulwochen. - Kurzdarstellung als Webseite

Naegele, I. & Valtin, R. (Hg.) (19933) Handbuch der Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten. Weinheim u. Basel: Beltz

Rigol, Rosemarie M. (1998) Alphabet und Silbe. Erfahrungen mit dem Anfang der Schriftlichkeit. In: Weingarten, R. & Günther, H. (Hgg.) Schriftspracherwerb. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 19-35

Röber-Siekmeyer, Christa & Pfisterer, Katja (1998) Silbenorientiertes Arbeiten mit einem leseschwachen Zweitklässler. Begründung und Beschreibung einer nicht buchstabenorientierten Unterrichtsfolge zum Lesenlernen. In: Weingarten, R. & Günther, H. (Hgg.) Schriftspracherwerb. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 36-61

Sommer-Stumpenhorst, Norbert (1991) Lese- und Rechtschreib-Schwierigkeiten: vorbeugen und überwinden. Von der Legasthenie zur LRS, LRS-Diagnose, Förderkonzepte und Übungsmaterialien. Frankfurt/M.: Cornelsen Scriptor
Ein für den theoretischen Hintergrund und die didaktische Förderpraxis wichtiges Werk. Der Ansatz unterscheidet sich jedoch deutlich von dem psychologischen Konzept, das von Jansen, Mannhaupt u.a. entwickelt wurde.

Wittmann, Marc & Pöppel, Ernst (2001) Neurobiologie des Lesens. In: Franzmann, B. & Hasemann, K. & Löffler, D. & Schön, E. (Hgg im Auftrag der Stiftung Lesen und der deutschen Literaturkonferenz) (2001) Handbuch Lesen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 224-239
Hintergrundinformationen zu Ursachen von LRS