Zitat-Icon Zitieren: Überflüssige Zitate


Text

Aus einer nach dem Jahr 2000 verfaßten Hausarbeit zum frühen Englischunterricht; in dem Abschnitt behandelt der Autor die Vielfalt der Konzepte in der Bundesrepublik und zitiert dazu aus einer fremdsprachdidaktisch fundierten Monographie zur Fremdsprachenarbeit in der Grundschule:

 

«Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen in Deutschland, "aufgrund der Kulturhoheit der Länder"1, eine Vielzahl von verschiedenen Realisierungsformen des frühen Fremdsprachenunterrichts.»
Quellenangabe in der Fußnote: «1Sarter (1997), S. 10»

 

Quelltext

«Im Gegensatz zu Ländern mit einem zentral organisierten Bildungswesen ist in Deutschland aufgrund der Kulturhoheit der Länder eine Vielfalt von Bestrebungen vorhanden, die sich in anders gewichteten Zielsetzungen, unterschiedlichen Sprachen, unterschiedlicher Stundentafel ausdrückt.» (Sarter 1997, 10)

 

Kommentar

Das Zitat ist in seinem Kontext dysfunktional. Es geht primär um die mit dem Föderalismus verbundene Zuständigkeit der Länder und die daraus resultierende Vielfalt an Realisierungsformen. Das Zitat stellt dagegen auf den Begriff der Kulturhoheit ab. Es wäre also z.B. sinnvoll im Zusammenhang einer rechtlichen Argumentation, bei der es darum geht, ob die angesprochene Vielfalt wirklich auf die "Kulturhoheit" oder auf andere rechtliche Regelungen zurückzuführen ist (zur Rechtsordnung s. z.B. die allgemeinverständliche Einführung von Avenarius 19972).
Wenn schon die Quelle im Zusammenhang mit der Vielfalt zitiert werden soll, dann wären die genannten Bereiche unterschiedlicher Regelungen sinnvoller gewesen. So geht das Zitat in die Leere. Für die Aussage, daß in Deutschland vielfältige Realisierungsformen existieren, wäre es absolut ausreichend gewesen, die Quelle in Kurzform anzugeben, z.B.: «(s. Sarter 1997, 10)»


Literaturhinweise

Sarter, Heidemarie (1997) Fremdsprachenarbeit in der Grundschule: Neue Wege, neue Ziele. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Avenarius, Hermann (19972) Die Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung; weitere Literatur zum Thema