Interkulturelle Kommunikation: Überblick Casper-Hehne 1999


Behandelte Forschungsansätze zur IKK

  1. Kulturanthropologie
  2. Ethnographie der Kommunikation
  3. Psychologische und sozialpsychologische Arbeiten
  4. Kontrastive Pragmatik
  5. Funktionale Pragmatik
  6. Soziolinguistik
  7. Neue Perspektiven


Ansatz

Methode

Gesellschaft

Dimensionen

Kulturanthropologie

Hofstede

Fragebogen

IBM: 40 Länder, 120 000 TN

4 Dimensionen: Machtdistanz / Individualismus ↔ Kollektivismus / Feminität ↔ Maskulinität / Unsicherheitsvermeidung

Hall: Modell der Kulturen

Interviews

strukturiert

Timemanagement / Zeitorientierung / Geschwindigkeit / Kontext

Deutsche Kulturanthropologie (Kartari 1995)

Beobachtungen / Interviews / Fragebogen

BMW München:
dt. ↔ türk. MA

Kommunikationsstile

Ethnographie der Kommunikation

Dell Hymes 1962

-

-

ethnographische Beobachtung

Uni Vaasa (Reuter & Schröder & Tiitula)

12 Interviews

dt.-finn. Firmen, Hamburg-Lübeck

Komm.-Modi / Verhandlungsstile

Keim 1994

Leitfaden- interviews

dt.-span., IHK Geschäftsleute, Ostwestfalen, nördl. Ruhrgebiet

Timemanagement / Planungsauffassung / Komm.-Modi

Diehl 1994

-

dt.-russ.

Direktheit / Offenheit / Kompromisse

Höhne 1997

Interviews

dt.-tschech. Joint-Ventures (Skoda-VW)

Entscheidungsfindung / Führungsstil / Arbeitseinstellung

Xiufang 1994

Fragebogen, 24 Interviews

dt.-chin. Joint-Ventures (VW) in Deutschland

Wirtschaftssysteme / Lebens- & Arbeitsbedingungen / Verkehrsformen / Gastfreundschaft / …

Psychologische und sozialpsychologische Arbeiten

Müller & Thomas 1991

Interviews

dt. Studis mit US-Erfahrung

interkult. Orientierungstraining; dt. ↔ amerik. Kulturstandards

Apitzsch & Dittmar 1987

Beobachtungen

dt.-türk. Jugendliche in Berlin

Basis: Deutschland; / Kulturprestige (→ Hamburg) / Anpassung an Komm.-Gewohnheiten / Konfliktvermeidung Harmonie

Kontrastive Pragmatik

unterschiedliche Realisierung bestimmter Sprechakte in Sprechergemeinschaften

Kasper 1981, House & Kasper 1981

Rollenspiele, Triangulation

dt.-engl. Studis in Bochum

Direktheit ↔ Indirektheit / Sach- ↔ Beziehungsorientierung

Kuhn 1983

Seminargespräche

dt.-amerik. Unis; Profs.

gender & authority / Classroom diplomacy: hedges

Muikku-Werner 1992 (s.o. Vaasa)

Rundfunk- & Fernsehdiskussionen

dt.-finn.

Abschwächungstechniken / Wortreichtum / Impositionen

Stolt 1992

Alltagsgespräche

dt.-schwed. Studis.

Emotionalität: lexik., phonolog., Mimik, Gestik / Verabschieden

Niehaus-Lohberg & Herrlitz 1994

Rollenspiele

dt.-niederl. Studis.

Auffordern: Direktheit, Modalitätsmarker

Funktionale Pragmatik

Ehlich & Rehbein, Redder; Musterhandlungswissen in interkulturellen Gesprächen

Rehbein 1986, 1994a/b

Gespräche

dt.-türk. Arzt-Patienten-Kommunikation

Interaktionsmuster, prof. Wissen - Informationen; Beschwerdenvortrag

Rehbein 1987

Nacherzählungen

dt.-türk. Schüler

defizitäres Musterwissen

Grießhaber 1987a/b, 1990

Einstellungs- gespräche

dt.-türk. Bewerber

Musterwissen, Handlungsstrategien, Repertoire sprachl. Mittel

Ehlich (laufend)

Beratungs- gespräche

dt.-ausl. Asylbewerber

Musterwissen, Handlungsstrategien, Repertoire sprachl. Mittel

Rehbein (laufend)

Gespräche

dt.-franz. / dt.-amerik.

Höflichkeit, Verhandlungen, NVK

Soziolinguistik

Gumperz 1982; 'interpretative Soziolinguistik'

Gumperz

Ton- & Viedos, Informanten- befragung

US: white-black / UK: brit.-asiat.

Schwierigkeiten aus unterschiedl. soziokulturellem Wissen / Kontextualisierungshinweise zur Interpretation der Äußerungen; Phonetik/Phonologie

Weitere Arbeiten

von Helmolt 1997

(Gespräche, Rollenspiele)

dt.-franz. auf Englisch; Aerospace

Machtdistanz: Konsens-Dissens, Gesprächskultur: Eröffnung Beendigung; Unterbrechungen; Polychronie (Hall)

von Keim 1994

Verhandlungs- simulation

dt.-span. Wirtschaft Geschäftsleute

Beziehungsarbeit (Beginn), kaum Drohakte

Kotthoff div.

Verhandlungs- simulation

dt.-amerik. Studis/Dozis

Dissens, Kritik

Günthner 1993

Verhandlungs- simulation

dt.-chin. Gespräche

Kollektivist. Harmonie; Übereinstimmung - Dissens

Neue Perspektiven

Interkulturelle soziopragmatische Gesprächsanalyse als küftige umfassender Ansatz zur Integration von

  • Ausgangsbasis das konkrete interkulturelle Gespräch
  • Ermittlung des kulturellen & sozialen Hintergrundwissens
  • nachträgliche Informantenbefragung
  • nicht nur einzelne Aspekte (Sprechakte oder Handlugnsmuster) sondern das gesamte Gespräch
  • nicht nur Mißverständnisse, sondern auch unterschiedliches Verhalten, das nicht unbedingt zu Mißverständnissen führt
  • Beziehungsarbeit als wesentlicher Untersuchungsbereich

Kultur, soziale Gruppe und Gesprächsbereiche


Literatur

Casper-Hehne, Hiltraud (1999) Interkulturelle Kommunikation. Neue Perspektiven und alte Einsichten. in: ZfAL GAL-Bulletin 31/99, 77-107