Allgemeine Grundlagen |
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Lernsituation nicht- deutschsprachiger Schüler:
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Lernvoraussetzungen: Schriftspracherwerb setzt die Kenntnis der Sprache voraus: das Kind ordnet Bildern oder Gegenständen das passende deutsche Wort zu und nimmt eine Lautanalyse vor. Gerade diese Voraussetzung erfüllen viele nicht-deutschsprachige Kinder nicht.
- Wie Sie gesehen haben, fehlen Ihnen dazu die Sprachkenntnisse. Ganz ähnlich ergeht es nicht-deutschsprachigen Kindern im einsprachigen deutschen Unterricht.
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Schriftspracherwerb in der Zweitsprache
| Leistungen am Ende der 1. Klasse:
- Familiensprache: am Ende der 1. Klasse gibt es in sprachheterogener Umgebung nur sehr geringe Unterschiede nach den verschiedenen Familiensprachen Schriftspracherwerb.
- Deutschkenntnisse: am Ende der 1. Klasse gibt es sprachheterogener Umgebung sehr deutliche Unterschiede nach den am Ende der 4. Klasse ermittelten Deutschkenntnissen.
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Lernergruppen |
- nach → Cummins spielt das Alter beim ersten intensiven Kontakt mit der L2 eine enscheidende Rolle; daraus resultieren folgende Unterscheidungen:
- Kinder mit abgeschlossener grundlegender Schriftsprachvermittlung in der L1 in der Heimat, die als 'Seiteneisteiger' in das Migrationsland kommen
- Kinder, die im Migrationsland eingeschult werden, diese unterscheiden sich nach ihren relevanten Erfahrungen mit dem Deutschen in
- Kinder ohne relevante Deutscherfahrungen, aufgewachsen in sprachhomogener L1 Umgebung
- Kinder mit relevanten Deutscherfahrungen, aufgewachsen in sprachgemischter Umgebung
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'Seiteneinsteiger' |
- Grundlegende Schriftsprachvermittlung im Heimatland in der L1
- typisch für die 80iger Jahre, als Kinder aus der Heimat nach Abschluß der 5 bis 6-jährigen Grundschule nach Deutschland geholt wurden
- diese Schüler haben die für ihre L1 passenden Graphem-Korrespondenz-Regeln (GPK) erworben und wenden diese zunächst auch auf die Verschriftung der deutschen Sprache an
- → auffällige Fehlschreibungen, die auf L1-Schriftsprachkonventionen basieren und die scheinbar die → kontrastive Zweitspracherwerbshypothese stützen
- → diese L1-basierten Fehlschreibungen unterscheiden sich von Fehlern, die die Lerner beim Erwerb der deutschen Grammatik machen
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hier eingeschulte Kinder |
- zwei Gruppen sind zu unterscheiden:
- Kinder in gemischtsprachiger Umgebung mit - zumindest einigen deutschsprachigen Kindern und deutschen Spracherfahrungen
- Kinder in sprachhomogener L1-Umgebung (sog. 'Ghettos') ohne relevanten Kontakt mit Deutsch
- Kinder mit Deutsch- und L1-Erfahrung haben beide Sprachen hören gelernt, auch wenn sie z.B. wenig Deutsch sprechen
sie hören sozusagen Deutsch mit 'deutschen Ohren'
sie haben vermutlich größere Sprachlücken in der L2 (Lexik, Grammatik)
sie können aber beim Schriftspracherwerb die Laute des Deutschen passend für das Deutsche erkennen und segmentieren (s. Grießhaber 2003)
ihre Schriftsprachentwicklung unterscheidet sich nicht auffällig von derjenigen deutschsprachiger Kinder
- Kinder ohne relevante Deutsch-Erfahrung haben Deutsch nicht hören gelernt
sie hören sozusagen Deutsch mit den 'Ohren ihrer L1'
sie haben nicht große Sprachlücken in der L2 (Lexik, Grammatik)
sie können beim Schriftspracherwerb die Laute des Deutschen auch nicht passend erkennen und segmentieren
ihre Schriftsprachentwicklung unterscheidet sich vermutlich deutlich von derjenigen deutschsprachiger Kinder
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Modelle und Materialien |
zweisprachige Modelle |
- versetzte Alphabetisierung: Beginn in L1 Türkisch, später L2 Deutsch
Vorteil: schnelles, problemloses Lesen in L1:
Nachteil: Interesseverlust an L2, ungleichwertig, Interferenzprobleme
- parallel koordinierte Alphabetisierung in L1 und L2
von Anfang an Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Schriftsystemvergleich
Grundlage: Schlüsselbegriffe aus der interkulturellen Erlebniswelt der Kinder
1. Schritt: Grundoperationen des Lesens mit Buchstaben, Wörtern
2. Schritt: Interferenzbuchstaben, verschieden in L1 und L2
wichtig: bewußtes Eingehen auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede
wichtig: gleiches methodisches Vorgehen in L1 und L2, abgestimmte Materialien
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zweisprachige Beispiele |
- 'Lilip': Koordinierter zweisprachiger Lehrgang Türkisch - Deutsch → Keskin 1988
- erfahrungsentfaltende zweisprachig koordinierte Schriftsprachvermittlung
→ Nehr u.a. 1988, Freire 1977
KOALA: Koordinierte Alphabetisierung im Anfangsunterricht; → RAA Weblink
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einsprachige Fibel |
- fibelgestützter, systematischer Deutsch-Lehrgang mit Hilfen für nichtdeutschsprachige Kinder → Urbanek 1993
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Beispiele |
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Literatur
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