Fibel für deutschsprachige & nicht-deutschsprachige Schüler: Urbanek 1993


Problem

Lesen lernen setzt die Kenntnis der Sprache voraus, die gängigen Verfahren der Schriftsprachvermittlung unterstellen muttersprachliche Deutschkenntnisse. Dann kann das Kind den Bildern oder Gegenständen das passende deutsche Wort zuordnen und eine Lautanalyse vornehmen. Gerade diese Voraussetzung erfüllen viele nicht-deutschsprachige Kinder nicht (→ Selbsttest).


Allgemein

Bilder, Texte und Grapheme (mit Übungen natürlich)


Visualisierung

Symbole mit Informationen zu den dargestellten Sachverhalten, insbesondere deren Wortart und Genus (→ Beispiel 1: Szene, Beispiel 2: Dialog, Erklärungen).
dazu zählt auch die farbliche Markierung in Dialogen (s.u.)


Übungen

das Übungsbuch führt diesen Ansatz weiter und integriert Sprachübungen in das Arbeitsprogramm (→ Übung 1, Übung 2 zur Verwendung lokaler Präpositionen, ). Dabei wurde darauf geachtet, die Anweisungen sprachlich möglichst einfach zu halten und durch Symbole zu unterstützen.
Die Fibel folgt einer (gewissen) grammatischen Progression vom Einfachen zum Komplexen und bietet verschiedene Satzmuster.


Bild & Text

Die Texte sollten nicht einfach das mit Worten wiederholen, was auf den Bildern zu sehen ist, sondern sollten zusätzliche Informationen bieten, die der bildlichen Darstellung nicht zu entnehmen sind (→ Beispiel 1 und Beispiel 2).


Dialoge

Die Texte sind dialogisch angelegt, um der Gefahr des Vorlese-Singsangs vorzubeugen. Farbig unterlegte Teile erleichtern die Arbeitsorganisation:
"Erkan liest den grünen Text, Hamide den roten und Anna den blauen." (→ Beispiel)



Buch

Urbanek (1993) Alle lernen lesen. Erstlesewerk für Grundschulen. Bochum: Kamp; weitere Literatur