Kompaktdarstellung
- von der willkürlichen Buchstabenfolge zur lautorientierten Schrift
- vom Lautskelett zur Umschrift der eigenen Mundart
- vollständige Lautschrift und Übernahme von grafischen Rechtschreibmustern (sch, ie, mm, usw.), die jedoch häufig unzutreffend eingesetzt werden (z.B. kohmen);
- von (teilweise »illegal«) übergeneralisierten Schreibmustern zu ihrer grundsätzlich »legalen« Verwendung (maschiene) und schließlich zur korrekten Rechtschreibung des einzelnen Wortes.
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Zugriffe beim Schreiben
- Bedeutungshaltigkeit der Schrift
- Träger von Information, die SchreiberInnen hineinlegen, LeserInnen herausholen können
Schreiben ist mehr als beliebiges Spurenmachen
- Schrift hält Bedeutung wortwörtlich fest, anders als Erzählen aus der Erinnerung
Schreiben ist Festhalten von Sprache
- Buchstabenbindung der Schrift
- Schrift besteht aus einer begrenzten Zahl konventioneller Zeichen, den Buchstaben, nicht aus beliebigen Formen
- verschiedene Wörter bestehen aus unterschiedlichen Buchstabenfolgen, die konstant reproduziert werden müssen, damit die Bedeutung bewerkstelligt wird.
- Lautbezug der Schrift
- Wahl und Anordnung der Buchstaben haben mit der Klangform eines Wortes zu tun.
- Schriftwörter bilden die Abfolge einzelner Laute im Wort komplett ab.
- Orthografische Eigenständigkeit der Schrift
- in der Schrift gibt es Zeichen, die sich aus einer Lautanalaysee allein nicht ableiten lassen
- Anwendung von Rechtschreibmustern ist an bestimmte Bedingungen gebunden. Richtig Schreiben bedeutet kontextbezogene Verwendung und nur noch legale Übergeneralisierung von Rechtschreibmustern.
- Lexikalische Ordnung der Schrift
- Schrift macht morfematische Gemeinsamkeiten sichtbar: Schreiben nutzt Ableitung aus Wortverwandtschaft: Stammprinzip - Wortbildung - Endung
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Zugriffe beim Lesen
- Schrift als Merkmal der Umwelt
wachsende Aufmerksamkeit für Schrift und Bedeutung von Wörtern/Texten
aktive Suche nach Bedeutung & Aktivierung eigener Welt- und Spracherfahrung
- Kontext deuten: sinngemäße, nicht wortwörtliche Benennung von Schildern: esso für Benzin
- Etiketten benennen: Bedeutung der Typografie CocaCola, Esso
- Schrift als Kombination wiederkehrender Zeichen
Buchstabenfolgen tragen die Bedeutung, nicht der Kontext oder die besondere typografische Form
- einzelne Buchstaben wiedererkennen, zunächst einzelne Buchstaben Träger der Wortbedeutung
- Buchstabenfolgen als »Namen« merken, Schrift noch Etikett
- Schriftzeichen als Hinweis auf Sprachlaute
Schrift nicht direkt auf Bedeutung bezogen, sondern vermittelt durch Lautform zu erschließen
- wenige Buchstaben nicht ,kleines Tier', viele dagegen ,großes Tier'
- Wahl und Anordnung der Buchstaben haben mit der Klangform eines Wortes zu tun.
- Schriftwörter bilden die Abfolge einzelner Laute im Wort komplett ab.
- Schrift als integriertes Zeichen- und Deutungssystem
Verbindung von grafischer Analyse und Kontextdeutung, Verknüpfung bei Bedeutungssuche
- Automatisierung des Worterlesens, zunächst ungenaueres Lesen
- Koordination von Buchstaben- Wort- und Textebene, subjektive Sinnerwartung
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