Schriftspracherwerb: Methodenvergleich BRDDR 1990/91

Überblick | Buchstabentabelle | Tauschübung | Wahrnehmungsübung | Effizienz: BRDDR / Deutsch & PC | Leistungsgruppen: 1.Kohorte


 

Vergleich der Rechtschreibleistungen von über 8.000 SchülerInnen in den Klassen 1 bis 4 in drei deutschsprachigen Ländern: BRD (alt) - DDR - Deutschschweiz mit drei verschiedenen methodischen Ansätzen:


DDR

lehrgangsartig, konzentriert auf "Mindestwortschatz", starkes visuelles Einprägen von Wörtern, bewußte Einsicht in den Schriftaufbau


Schweiz

"Lesen durch Schreiben" nach → Reichen, eigenaktives Lernen, selbständiges lautorientiertes Verschriften eigener Texte


BRD

gemischte Ansätze, offene und geschlossene, mehrheitlich eine Verbindung beider Ansätze


 

Fazit

Am Ende der Grundschulzeit schreiben die Kinder durchschnittlich 9 von 10 Wörtern richtig; in freien Texten zeigen sich nur geringe Unterschiede zwischen den Systemen, auch in Diktaten.


Diktat

Im Diktat schneiden die Kinder-"Ost" vor allem in Klasse 1, aber auch noch in 2 und 3 besser ab als die Kinder-"West"; in den Klassen 2 bis 4 sind sie deutlich leistungsstärker als die Schweizer-Kinder. Am Ende der Grundschulzeit sind die Unterschiede geringer als in den ersten Schuljahren.

Zu berücksichtigen ist, daß in der DDR rund doppelt so viel Deutschunterricht erteilt wurde und Rechtschreibübungen wichtig waren.


Mädchen

sind den Jungs in allen vier Klassen im Textumfang und in der Richtigkeit voraus; die geringsten Unterschiede zeigten sich in der Schweizer-Stichprobe ("Lesen durch Schreiben").



Buch Brügelmann, Hans in Zusammenarbeit mit Lange, Inge & Spitta, Gudrun u.a. (1994) in: Brügelmann, H. & Richter, S. (Hgg.) Wie wir recht schreiben lernen. Lengwil: Libelle, 129-134; weitere Literatur