Programm-Einsatz (Thomé & Thomé 2000)

Programme: Beschreibung | Bewertung | Einsatzmöglichkeiten | Übungen: Text / GPK-[ks]


Überblick

  1. Programmtypen
  2. Korrektheit & Relevanz des Lerninhalts
  3. Lernerorientierung durch Anpassung an unterschiedliche Lernstrategien & - zugänge
  4. Eröffnung vielfältiger Lernmöglichkeiten
  5. Zur Unterrichtsintegration

Programmtypen:

  • Übe- & Trainingsprogramme: viele Programme, decken nur wenig ab
  • Lernspiele, Edutainment: großes Angebot
  • Lernumgebungen: erste Versuche; breite Palette an Übungen
  • Werkzeuge: z.B. Rechtschreibprüfer, elektronische Anlauttabellen
  • Kommunikations- & Kooperationsumgebungen: z.B. Online-Schreibkonferenzen
  • Datenbestände & -sammlungen: beginnende Fehlerdiagnose-Projekte
  • Simulationen & Experimentierumgebungen: erste Off-line Versuche
 

1. Leitkriterium

Korrektheit & Relevanz des Lerninhalts
"… leider scheint aber allzu oft die multimediale Gestaltung auf Kosten der inhaltlichen Qualität zu gehen" (S. 161)

 

gleichzeitige Behandlung ähnlicher Rechtschreibprobleme kann eine Ranschburgscher Hemmung hervorrufen (Bsp.: Rechtschreib-Clic 1)

Rechtschreibfehler: *Tausenfüßler statt *Tausendfüßler (Bsp.: Meisterdetektive jagen Lork)

inkorrekter Lerninhalt, z.B. sind bei Anlautübungen lange & kurze Vokale einem Graphem zugeordnet: vorgesprochen langes /i:/, dazu präsentierte Wörter auch Insel und immer (Bsp.: Lollipop)

Unschärfe bei Buchstabe - Graphem: z.B. lautliche Präsentation /sch/, gefragt nach Buchstabe, statt Schreibzeichen (Bsp.: Lollipop)

Verwechslung von Schreibung & Lautung: angeblich soll man bei übertrieben deutlicher Aussprache z.B. in fahren das h hören, das man zwar schreibt, aber nicht spricht (Bsp.: Rechtschreibung)

 

2. Leitkriterium

Lernerorientierung durch Anpassung an unterschiedliche Lernstrategien & - zugänge

zwei sich ergänzende Lernkategorien: • Bilden von Kategorien zur Strukturierung neuen Wissens (→ generalisierend)
• Erweitern von (wortspezifischem) Wissen (→ lexikalisch)

Bei Regelformulierungen ist auf Verständlichkeit und Kontextbezogenheit zu achten.
Regeln sind oft sehr allgemein gehalten oder aus linguistischer Sicht unzureichend oder fehlerhaft formuliert und nicht auf den konkreten Fehler & und das individuelle Schülerproblem abgestimmt

 

3. Leitkriterium

Eröffnung vielfältiger Lernmöglichkeiten

Ist Rechtschreibung nur über Üben zu vermitteln? Werden die Möglichkeiten der neuen Medien zur vielfältigen Präsentation in Lernumgebungen genutzt?
Sind nicht stattdessen die Kinder wie ein Hamster im Laufrad?

 

Zur Unterrichtsintegration

Einsatzarten:

  • feste Computereinheiten und Medienecken
  • mobile Einheiten
  • Computerräume

Aufgabenspezialisierung: der eine Computer nur zum Schreiben, der andere Computer auch für unterschiedliche Lernprogramme

Förderunterricht für SchülerInnen mit besonders großen Problemen, z.B. im Bereich Deutsch als Zweitsprache; aber Programme nicht klug und flexibel genug

Online-Lernen: ebenfalls ein skeptischer Blickwinkel; Schulnetze sinnvoll nur als Werkzeug zur Förderung eines aktiv-konstruktiven, selbstgesteuerten und kooperativen Lernens; dazu gehört eine unterrichtliche Vor- & Nachbereitung



Literatur

Thomé, Dorothea & Thomé, Günther (2000) Computereins@tz im Rechtschreibunterricht. Marktangebot, Bewertungskriterien und Unterrichtsintegration. In: Valtin, Renate (Hg.) Rechtschreiben lernen in den Klassen 1-6. Grundlagen und didaktische Hilfen. Frankfurt/M.: Grundschulverband - Arbeitskreis Grundschule, 158-164
Weitere Literatur