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Deutsch & PC:
Lehrerinnenurteil 2002 /
2003 /
2004 /
2005 |
Programme |
Arbeitstipps |
Bsp:
Prozeß: PFLAUMEN: Transkript /
Analyse |
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Grammatik |
Nach der Profilanalyse lassen sich fortgeschrittene Strukturen bis zu Nebensatzstellungen (S-4) nachweisen, auch wenn unanalysierbare Strukturen der Stufe S-1 mit 60% dominieren. Dies liegt zum einen am Prozeß der Analyse der Lautstruktur des zu schreibenden Wortes, bei der die Schüler isoliert das ganze Wort sprechen, um es sich in seiner Lautgestalt zu vergegenwärtigen, z.B. Pflaume (PF 756, 763, 764) oder bei der das Wort in einzelne Einheiten zerlegt wird (PF 750, 760, 761). Sodann finden sich viele isolierte Äußerungen, bei denen z.B. einzelne Äußerungen empraktisch in die Gesamthandlung integriert werden, oder bei denen die Sprecher ihre Einschätzungen und Gefühle usw. nach außen setzen, wie z.B. mit Fertig. (PF 765). Weiter finden sich Äußerungen der Stufe S-2 mit Modalverben (PF 742) oder Hilfsverben für das Perfekt (PF 766) bis hin zu Inversionen von Subjekt und finitem Verb (S-3) und Nebensätzen (S-4), wobei die letzten beiden nicht im Ausschnitt (B 6) enthalten sind. |
Pragmatik |
In funktionaler Hinsicht steuern und koordinieren die beiden Schreiber ihre Handlungen. Nach der Erfüllung eines Arbeitsschrittes stellen sie sich sozusagen stellvertretend für die Lehrperson die Frage, was ihnen (noch) fehlt. Sie arbeiten den Plan ab. Derart komplexe Handlungen wurden auch bei der selbstgesteuerten Gruppenarbeit in einer vierten Grundschulklasse festgestellt (s. Grießhaber u.a. 1996). Die Kommunikation dient auch zur Erweiterung des Wissens, so bei der Frage von CHTA wie etwas heißt (PF 754). Solche Handlungen sind gerade für Zweitsprachlerner wichtig, da sie sich damit benötigtes, aber nicht vorhandenes Wissen von den Gesprächspartnern erfragen können. Diese sprachlichen Handlungen dienen der Erweiterung des zweitsprachlichen Wissens. Sodann finden wir Äußerungen, die direkt auf die auszuführenden Handlungen oder auf soeben ausgeführte Handlungen bezogen sind, z.B. Wir haben alles. (PF 766). Gerade Äußerungen wie die letzte finden sich typischerweise in dieser oder in einer sehr ähnlichen Form am Ende einer Handlungssequenz. Mit einer häufig geäußerten Form sind sie auf unmittelbar vorausgehende oder folgende wahrnehmbare Handlungsschritte bezogen. Sowohl durch ihre fast formelhafte Struktur wie ihren Bezug zu Handlungssequenzen bieten sie einen Ansatzpunkt zum Erwerb komplexer Strukturen, auch wenn die grammatische Regelhaftigkeit der Struktur selbst noch nicht durchschaut wird (diesen Mechanismus im Zweitspracherwerb beschreibt Wong-Fillmore 1979). In PF 766 wird die Perfektstruktur mit der Trennung von finitem und infinitem Verbteil und die Bildung des Partizip Perfekts vorgegeben. Schon das kurze Beispiel zeigt das vielfältige Äußerungspotential des kooperativen Schreibens und die Funktionalität der Äußerungen für den Zweitspracherwerb. Allerdings sind noch keine argumentativen Handlungsschritte zur Klärung unterschiedlicher Positionen erkennbar. |
Lautanalyse |
Im Hinblick auf den Schriftspracherwerb im engeren Sinne finden sich ebenfalls einige interessante Handlungen. Bei der Lautanalyse isoliert CHTA den Frikativlaut /PF/ (PF 750). Parallel dazu zeigt IVTU auf den schon verschrifteten Laut /PF/ im Wort /APFLE/ am Monitor. Die Handlung des Partners wird also mitvollzogen und mit schon durchgeführten Lautanalysen und Schreibungen verbunden. Zwar führt die Intervention im dokumentierten Beispiel nicht zur orthographisch korrekten Lautanalyse und Schreibung, sie schreiben /FAUMN/ statt /PFLAUMEN/, ihr Vorgehen bei der Lautanalyse wird sie jedoch in den Stand versetzen, systematisch ihre Hypothesen über die Lautstruktur und die erforderlichen Schreibungen miteinander in Beziehung zu setzen. Damit haben sie einen zentralen Schritt im Schriftspracherwerb gemeistert. |
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© W. Grießhaber 2004-2006 |