Lesen Lesen: Worterkennungsmodell (Ellis 1984)


Ellis-1984

Auf der Basis von → Morton 1980 stellt Ellis ein Modell der Worterkennung vor. Nach Brügelmann 1995 arbeitet es mit umschreibbaren Teil-Leistungen, die als Funktionsverband oder 'System' verstanden werden. Das System läßt sich nicht als Addition einzelner Fertigkeiten oder Kenntnisse erklären (bzw. aufbauen). Es läßt alternative Strategien zu.

Damit können oberflächlich ähnliche Strategien (oder Schwierigkeiten) aus sehr unterschiedlichen Problemen beim Schriftspracherwerb resultieren. Das verhindert diagnostische Kurzschlüsse bei der Klassifzierung von 'Störungen'.

Das Modell ist attraktiv, weil es:

  • alternative Lese-Strategien (verschiedener LeserInnen oder derselben LeserInnen in unterschiedlichen Situationen) werden durch unterschiedliche 'Wege' vom Text bis zum Verstehen oder zur Aussprache erfaßt;
     
  • bei der Differenzierung der Golbal-Befunde 'LRS' oder 'Legasthenie' hilft, indem es unterschiedliche 'kritische Stellen' auf diesen Wegen und ihre Auswirkungen auf das Leseergebnis erkennen läßt.

Literatur

Brügelmann, Hans (1995) Fehler: "Defekte" im Leistungssystem oder indivduelle Annäherungsversuche an einen schwierigen Gegenstand? Anmerkungen zur erneuten "Legasthenie"-Diskussion. In: Balhorn, Heiko & Brügelmann, Hans (Hgg.) Rätsel des Schriftspracherwerbs. Neue Sichtweisen aus der Forschung. Konstanz: Libelle, 88-97
Ellis, Andrew (1984) Reading, writing and Dyslexia. A cognitive analysis. London Hillsdale: Erlbaum
Morton, John (1980) The logogen model and orthographic structure. In: Frith, U. (ed.) Cognitive Processes in Spelling. London: Academic Press, 117-133
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